(Bieler Bros.) Schon mal was von SIKTH gehört? Nein?! Ich kann mich gar nicht mehr so genau erinnern, wie ich 2004 an die Weirdos aus UK gelangt bin, aber ich glaube, es war mal wieder der Metal Hammer UK Schuld. Einen Song des Debüts „The Trees Are Dead & Dried Out Wait For Something Wild” auf der beiliegenden Sampler-CD gehört, schon wurde ich förmlich weggeblasen von der Frische der Band und der transportierten innovativen Krachmischung. Ganz klar, dass die Insel hier wieder einen Geheimtipp ausgespuckt hatte. Das dachten sich wohl auch Bieler Bros., die sich gleich auf das junge Sextett stürzten. Die Folge war, dass SIKTH’s Zweitwerk nun über das amerikanische Indie-Label um die beiden Produzentenbrüder erscheint. Und vor dem Release wurden mächtig Vorschußlorbeeren eingeheimst. Wie aber klingen nun SIKTH?! Verdammt sick, soviel könnte man über den Bandnamen erraten! Das hier ist Musik für Mucker, das wird sofort beim ersten Song klar. Krasse Taktverschiebungen mit Stakkato-Riffing werden uns Meshuggah-like um die Ohren gehauen, bevor der „Sänger“ in bester Jeff „Carcass“ Walker-Manier hysterisch los schreit. Und bei eben diesem Song namens ‚Bland Street Bloom’ fahren SIKTH eine Stilvielfalt auf, die andere Bands auf einem ganzen Album nicht verbraten! Dieses Phänomen führen die Technikmonster bei absolut jedem Track weiter. Durch die Mischung aus wahnwitzigen Tempi-Wechseln und den hohen Keischgesängen kommt ein System Of A Down-Feeling auf, wobei dieses eher „auf Speed“ ist. Aber der Sänger kann auch anders. Bei einigen Songteilen lässt er beschwörerische Murmeleien erklingen, die sogar „Mächtig Böse“-Bands wie Lamb Of God noch einen Schauer über den Rücken jagen könnten. Wem das noch nicht reicht, der bekommt noch „Eierkneifer“-True Metal-Chöre und Blastbeats oben drauf und manch einer könnte bei einigen Parts auch an Mudvayne denken. Die englische Presse spricht von den „englischen Slipknot“. Joahhh…, wenn die denn meinen… Ein Vergleich der auch passen könnte, aber SIKTH kann man eigentlich nicht vergleichen, denn sie verwursten so ziemlich alles, was die Eingrenzung dann schon wieder erschwert und zum Scheitern verurteilt. Kommen wir aber zum größten Punkt der Unterscheidung zu anderen Bands. Beim Material einen roten Faden zu suchen ist nicht nur schwer, sondern unmöglich, weil die Jungs sich in einem Song (fast) nie wiederholen! Sieht man mal von Stücken wie ‚In This Light’ und ‚Where Do We Fall’ ab, die in dem ganzen Chaos mehr als überraschen. Ersterer startet schwermütig und melodisch, entzieht sich aber auch wieder dem üblichen Songaufbau. Und damit gerät er nicht zum Hit, obwohl Potential durchaus vorhanden ist. Aber ein Sofortzünder ist er nicht! ‚Where Do We Fall’ ereilt das gleiche Schicksal. Cooler Refrain, durch das Jammen der Freaks wird aus dem Song aber auch kein oft gesehener Gast im Langzeitgedächtnis. SIKTH’s Musik ist somit eher was für Extrem-Musiker, die gerne mal die Kinnlade vor Staunen offen haben wollen und sonst Bands wie Meshuggah, Mudvayne, Tool und Co. auf der Speisekarte stehen haben. Allen anderen gebe ich folgendes mit auf den beschwerlichen Hörweg. Zeit nehmen!!! Das Album und die Band hat es verdient. Und auf keinen Fall nebenbei hören. Ihr würdet das Ding aufgrund der Reizüberflutung sicherlich so schnell nicht wieder hervorkramen! Album-VÖ: 26.06.2006