(Roadrunner Records) Ich versuche mal, möglichst objektiv an die ganze Chose ranzugehen! Leider hat mir gute Howard Jones (seines Zeichens Sänger von KILLSWITCH ENGAGE seit dem letzten Album „The End Of Heartache“) mein Interview zum letzten Werk alles andere als einfach gemacht. Eine kritische Frage zum Gesangsstil gestellt und schon wollte der Front-Brüllwürfel keine weiteren Fragen mehr beantworten. Aber ich versuche, nicht nachtragend zu sein. Wer seine damalige Hauptband Blood Has Been Shed kennt, weiß, dass Jones gesanglich zu weitaus mehr in der Lage wäre und bei KILLSWITCH ENGAGE einfach nur den Jesse Leach-Stil adaptiert hat. Aber egal, er macht seinen Job sehr gut und die Fanbase hat sich ja sogar noch erweitert. Man kann das Fazit hier gerne wieder vorweg nehmen. „As Daylight Dies“ wird keinen Fan von „The End Of Heartache“ verprellen. Aber es wird trotzdem nicht einfach ein „The End Of Heartache Part Two“ in Todesblei gegossen, nein, „As Daylight Dies“ ist nicht das, was man hätte erwarten können. Das Zauberwort lautet Progressivität. KILLSWITCH ENGAGE haben den MetalCore-Olymp, den sie quasi selbst mit errichtet haben, längst erreicht und könnten ihr Fundament um ihren Thron etwas dicker zementieren, nehmen sich aber lieber die Zeit für prunkvolle Verzierungen und Schattierungen. Und wer jetzt noch weiß, dass Axtmann Adam D. Musik studiert hat, hört dass mit jedem Ton des neuen Werkes raus. Klar sind kleine Hymnen enthalten und klar bemüht Jones des Öfteren den Nachtigallengesang, die Songs sperren sich aber mit diversen Stil- und Tempiwechseln gegen gängige Klischees und offensichtliche und sofort zündende Ohrwürmer. „Sich das Ganze erarbeiten“ lautet die Devise! Der Stil bleibt typisch, die Wechsel zwischen melodischen Gesangspassagen und Schrei- und Brüll-Arien präsent. Die Band fügt jedoch mehr ruhige und schöne Melodien zum Sound hinzu, der die brutalen Doppelbass-Ausbrüche und Stakkato-Versohlungen mehr betont und kompromissloser erscheinen lässt. Nach mehrmaligem Genuss (und es ist ein Hochgenuss!) dieses Albums fallen mir keine weiteren Bands ein, die so einen genialen und mitreißenden Spagat aus Licht und Schatten, Brutalo-Power und Melancholie so gut und abwechslungsreich beherrschen und so packend inszenieren können, wie dieses Quintett! Hut ab und weiterhin Daumen ganz nach oben! Obwohl ‚My Last Serenade’ wohl unerreicht bleiben wird und es auf diesem Werk keinen würdigen Nachfolger gibt! Die Messlatte liegt aber auch verdammt hoch. Und die Jungs lassen sie bewusst liegen und das ist gut so! Album-VÖ: 17.11.2006