(Steamhammer / SPV) Keinen Release seit „October Rust“ habe ich so interessiert abgewartet, wie diesen! Und keinem Output habe ich mehr Aufmerksamkeit gewidmet. Zur „October Rust“-Platte hatte ich die Band noch interviewt (damals sogar noch in der Music Hall in Hannover!), danach stießen Steele, Silver, Hickey und Kelly in Soundregionen vor, die ich nicht mehr so feiern konnte. Nach 18 Bandjahren, sechs veröffentlichten Alben und vier Jahren Albenpause („Life Is Killing Me“ erschien 2003!) wuchten die Düstermänner aus Brooklyn, New York um Sänger / Bassist Peter „Kaffeekannen-Gemächt“ Steele ihren siebten Longplayer aus dem Kohlenkeller. Nach dem Vertragsende bei Roadrunner Records veröffentlicht die Band nun bei SPV, die letztes Jahr bereits „Symphony For The Devil“, eine DVD mit Aufnahmen vom 1999er Auftritt beim Kölner Bizarre Festival, auf die Fanschar losließen. Man hört dem neuen Album sofort überdeutlich an, dass Steele vor kurzem Carnivore reaktiviert hat, denn „Dead Again“ ist hardcore-lastiger ausgefallen, als alle Alben seit „Bloody Kisses“. ‚Tripping A Blind Man’ zum Beispiel erinnert mit seinem flotten Tempo und den düsteren untermalenden Sprechparts im Hintergrund ein wenig an ‚Kill All The White People’ vom gottgleichen „Bloody Kisses“-Album. Überhaupt klingt das ganze Werk so, wie eine Verschmelzung aus dem 1990er-Debüt „Slow, Deep And Hard“ und dem Platin-Werk „Bloody Kisses“. Es regieren Dunkelheit, Schwere, Wut und Aggression und die Eingängigkeit geht bei den ausufernden Soundeskapaden fast vollends über Bord. TYPE O klingen 2007 wie ein Hybrid aus altem New York-Hardcore und Black Sabbath-Lavarock mit Gothic-Legierung. Ohne viele Songs zu zitieren, ist ein Highlight des gelungenen Comebacks zweifelsohne das Stück ‚Halloween In Heaven’, bei dem Tara Vanflower von der Darkwave-Band Lycia mit Steele im Duett singt. Der einzige Wermutstropfen ist die Länge des Albums. Wie es sich für das „Black No.1“-gefärbte Quartett gehört, wurde die bespielbare Zeit des Mediums CD wieder annähernd ausgereizt. Da liegt aber der Hase im Pfeffer. Nach einer dreiviertel Stunde wird es aufgrund von Gleichförmigkeit etwas zu langatmig. Hier wäre weniger mal wieder mehr gewesen. Album-VÖ: 16.03.2007