(Roadrunner Records) Der Teufel fährt zum dritten Mal selbst! Und tritt den Huf von Anfang an so hart und unerbittlich aufs Gas-Pedal, das kein Platz mehr bis zum Bodenblech bleibt. „The Last Kind Words“ sollen das hier sein?! Dann möchte ich nicht „The First Unkind Words“ von den Mannen um den ehemaligen Kohlenkeller-Vorsitzenden Dez Fafara vernehmen. Irgendwie sah der kleine Kauz im Vorprogramm der mächtigen Life Of Agony ja schon putzig aus, wobei einem das Lächeln über den zutättowierten Teufels-Opa (optisch zumindest kurz davor!) verging, denn seine junge Instrumental-Garde thrashte ihn donnernd nach vorne und machte es den anderen beteiligten Bands (z.B. Static-X, Drowning Pool) im Vorprogramm der Brooklyn-Guys mehr als schwer! Die Härtelatte wurde in schwindelerregende Höhen gelegt, obwohl Static-X vorher schon die Axt (und die coole Standmatte von Sänger Wayne Static) kreisen ließen. Wenn man (wie ich) noch Coal Chamber, Dez’ Band vor DEVILDRIVER, von Anfang an erlebt und auch schon einige Male live gesehen hat, verwundert der Stil-Wechsel auch noch bei Album Nummero Drei, vor allem der Hass, der einem von jedem DEVILDRIVER-Werk entgegenbratzt, hätte damals unter dem Banner Coal Chamber die Hose strich voll gemacht! Zu Songs wie ‚Bound By The Moon’ möchte ich nicht im Keller eingesperrt sein, das grenzt ja schon an eine Folter/Tötungsidee Marke Saw IV. Wobei alles denkbar ist bei dieser Combo! Bis in die Ami-Serie Scrubs hat man es ja schon geschafft (guckt danach unbedingt auf youtube, dieser Schauspieler ist unglaublich im Grimassen-Ziehen zu Dez’ Vocals aus der Konserve!) Wie klingen denn aber DEVILDRIVER heuer?! Falls es noch jemanden gibt, der die Band noch nicht kennt? Nehmt Fafaras bekannte Psycho-Vocals, die mehr gegrowlt werden, als „normal“ erklingen, packt Schweden-Riffing der Marke At The Gates und Co. hinzu, lasst die Drums in Highspeed knetern und stopft in jeden Song neben kleinen epischen Untermalungen diverse interessante Breaks und Tempi-Wechsel, fertig ist der Tod für jede Mosher-Nackenmuskulatur. Die Band hat, neben den Staaten, auch hierzulande eine immer stärker wachsende Fanschar, aber ich kenne auch nicht viele Bands, die erstens mit der Wucht einer Abrissbirne intonieren und zweitens Andy Sneap am Mix vorweisen können. Das spricht für Dicke-Hosen-Produktion. Eigentlich alles im grünen Bereich im Baller-Land! Wenn Dez sich beim Grölen nicht so limitieren würde, wäre alles noch eine Kante geiler, denn dann wären DEVILDRIVER die absolute Macht! Sein stilistisch festgefahrenes Brüllen macht die Chose allerdings für mich nur in Häppchen konsumierbar. Der Mann kann auch richtig singen, nur leider zählt hier scheinbar nur die Brutalität. In Interviews wird zwar immer auf Pantera’s „Vulgar Display Of Power“ verwiesen und diesem gehuldigt, scheinbar hat Dez bei Anselmo’s „SpokenWords-Parts“ aber nicht genau hingehört. DEVILDRIVER anno 2007 sind mir auf Dauer zu krass im Ganzen, in Auszügen finde ich sie jedoch monströs geil! Album-VÖ: 15.06.2007