(Kitchenware Records / P.I.A.S. Recordings) Dieser Band wird wohl auf ewig der Stempel anhaften, eine englische Kopie von Interpol zu sein. Blöd und überflüssig, aber nicht zu ändern. Fakt ist… beide Bands bedienen sich bei Joy Division, die einen mehr, die anderen weniger. Beide Bands machen großartige Musik und veröffentlichen ziemlich zeitgleich neue Alben, wobei die EDITORS gut zwei Wochen vorher dran sind, aber im Gegensatz zu Interpol erst ihr zweites Full Length vorlegen (die EP „All Sparks“ lassen wir mal außen vor). Ein Fest für alle Dunkel-Rock-Freunde! Und vom Zeitpunkt auch echt passig, denn zum verregneten Herbst-like „Sommer“-Wetter kommt Depri-Melancholie-Musik definitiv prima! Die erste Single und gleichzeitig der Opener ‚Smokers Outside The Hospital Doors’ verdrängt meinen absoluten EDITORS-Ohrwurm ‚Bullets’ vom mit Platin ausgezeichneten Vorgänger sofort auf Platz Nummero Zwei! Der knapp fünfminütige Song schafft eine wohlige Gänsehaut und ist der ultimative Wegbereiter für den Rest des Songmaterials, dass dieses Mal eher schwermütiger ausfällt, als es noch auf „The Back Room“ der Fall war. Dieses hatte nämlich mehr treibende Tanznummern zu bieten, die mit etwas mehr Schmiss und Drive um die dunkle Ecke kamen. „An End Has A Start“ überwiegt eher mit traurigeren „laid-back“-Stücken, wobei der Albumtitel (und im Helligkeits-Vergleich zu „The Back Room“ auch das Cover) ja eigentlich eher den Sonnenschein offenbaren müssten. „An End Has A Start“ interpretiere ich als ein Resümee, welches an einem bitteren Ende gezogen wird, um doch noch etwas Positives und Optimistisches aus der Situation zu schöpfen. Wäre der Titel „A Start Has An End, oder „Every Start Has An End“ würde das für meinen Geschmack eher pessimistisch klingen, wäre so aber mit dem vorliegenden Material hervorragend instrumentiert. Ironie?! Ein versteckter Hinweis Marke „Hey, wir sind gar nicht so depri, wie wir den Anschein machen!“?! Das wissen wohl nur die erfolgreich graduierten Musikstudenten aus Birmingham selbst. Und angeblich bedient man sich Stil-technisch auch eher unwissentlich an Joy Division. Durchbruchsmäßig kann man hierzulande nicht gegen Landsmänner wie Maximo Park, die Arctic Monkeys oder auch Bloc Party anstinken, was wohl auch nicht mehr passieren wird, denn die EDITORS machen heuer keine Tanzmusik (mehr) und wir sprechen nun mal Deutsch und haben nicht so den Zugang zu den Texten / beschäftigen uns nicht so sehr damit, wie unsere britischen Nachbarn. Es lohnt sich aber unbedingt, sich einzulesen. Und noch mal was zum Vergleich Interpol / EDITORS. Keine Band hat dunkle und melancholische Musik für sich gepachtet und beide Bands klingen für mich sehr unterschiedlich. Interpol sind epischer, die EDITORS kommen mehr auf den Punkt und zielen eher in Richtung 80er-Jahre Wave Bands mit einem Schuss der Killers und einem Quäntchen R.E.M. Super-Album und ein würdiger Nachfolger des Debüts. Album-VÖ: 22.06.2007