(Rise Records / Ferret / Soulfood) Nachdem man mit dem Debüt „Dear Love: A Beautiful Dischord“ schon 30.000 Silberlinge an die rapide wachsende Anhängerschaft bringen konnte, legt das in Dayton, Ohio beheimatete Sextett mit „Plagues“ ein zweites Album nach, was mehr als aufhorchen lässt! Lasst es mich gleich vorweg nehmen! Ich bin total weggeblasen von der Wucht, der Wut und dem Hass, den die Wüteriche hier zünden. Gerade mal zwei Jahre muckeln die Jungspunde zusammen im Übungsraum und klingen dafür schon so verdammt tight und abgezockt, dass es Genre-Kollegen mit der Angst zu tun bekommen müssten. Im Topf, der auf allerhöchster Flamme lodert, befinden sich mal wieder die üblichen zeitgemäßen und wohlschmeckenden Zutaten wie Metal, Hardcore und Synthie-Parts, die aber im richtigen Mischungsverhältnis ein Gebräu ergeben, welches klingt, als mische man aus Underoath's „Define The Great Line“, Enter Shikari's „Take To The Skies“ und diversen Horror-Film-Scores den Zaubertrank, in den Obelix als Kind gefallen ist! Rise Records sind in der Szene ein wenig dafür verschrien, dass sie Myspace-Bands züchten. Aber who cares, die Muckerpolizei findet überall was zu stänkern! Qualität setzt sich am Ende eben immer durch und Bands wie Enter Shikari und Panic! At The Disco sind ja auch durch Myspace der heiße Scheiß geworden. Ein solches Tool muss man eben nutzen! Tape-Trading war vorgestern! Ferret hat zumindest schon mal angebissen und bringt die Rille jetzt im großen Stil raus! Es gibt im Moment kein besseres Album, mit dem man sich den Kopf so schön durchblasen lassen kann, wie mit „Plagues“. Verdammt, wie viele Leute singen bei dem Haufen?! Drei?! Zumindest schreit einer wie ein abgestochenes Black Metal-Kalb, einer singt melodisch und einer macht den großen bösen Bruder von Chris Barnes (Ex-Cannibal Corpse, Six Feet Under). Die Scheibe an den richtigen Song-Stellen nachts auf ’nem Friedhof mittels iPod im Ohr? Ohne mich!!! Das Material auf „Plagues“ ist wie schon erwähnt zwischen den bereits genannten Polen angesiedelt, entzieht sich aber nichtsdestotrotz gröbsten Kategorisierungen. Der Oberbegriff ist schon Screamo, THE DEVIL WEARS PRADA gehen aber sehr verspielt und teilweise kontrolliert chaotisch zu Werke. Manches passt beim ersten Hören und ist auch notwendig, anderes wird nicht erwartet, erscheint aber durchaus logisch. Und da wundert sich der Hörer mal wieder, wie man nach zwei gemeinsamen Jahren so einen fiesen Bastard von der Leine lassen kann. Im Gegensatz zum Vorgänger hat man die technischen Ausbrüche gezielter eingesetzt und stattdessen ein wenig mehr fiese Weirdo-Parts und böse Klimper-Keyboard-Sounds eingesetzt, die Fans der genannten Bands und Acts wie Norma Jean, die es auch mal ein wenig abwechslungsreicher mögen, zum Zugreifen animieren sollten! Ich gebe mir das Brett gleich noch mal! HAAAAAAMER!!! Album-VÖ: 14.09.2007