(Sony BMG) Das neue SEETHER-Album scheint ganz im Zeichen der Trennung zwischen Sänger Shaun Morgan und Evanescence-Frontfrau Amy Lee (wir erinnern uns an das Duett ‚Broken’ der beiden!) zu stehen. Das kann man schon am Cover-Artwork (welches zudem recht dämlich aussieht!) und an Textzeilen wie „You Could Have Been The Real One …The Last One…The Only One… “ (aus ‚FMLYHM’) ablesen. Zudem scheint die Melancholie wieder etwas mehr in den Sound zurückgekehrt zu sein. Okay, der Opener bläst noch ganz gut durch die schwarzgefärbte Cobain-Gedächtnisfrise von Shaun, das Gros des Materials ist aber eher zurückhaltender ausgefallen. Auf dem Vorgänger „Karma And Effect“ aus 2005 klang der Großteil der Songs nämlich noch, als würde man eine NeoGrunge-Combo der Marke Cold, Creed, Staind und Co. mit einer MetalCore-Kapelle kreuzen! Vielleicht liegt der etwas zurückgeschraubte Härtegrad aber auch an der Unplugged-Rille „One Cold Night“, die SEETHER letztes Jahr eingeschoben hatten, oder dem Abgang eines Bandmitglieds, der SEETHER zum Trio schrumpfen ließ. ‚Fake It’, die erste Single könnte auch gut und gerne von Nickelback auf Testosteron stammen. Zu mainstreamig gerät der Song, zu aufdringlich will das Stück in die Charts. A propos Charts. Nahezu jeder Song ist mit einem einprägsamen Refrain ausgestattet und birgt potentielle Single-Qualitäten. SEETHER hissen die PowerBalladen-Flagge höher in den Wind als je zuvor und stehen dem bereits genannten üblichen Verdächtigen dabei in nichts nach. „Finding Beauty In Negative Spaces“ bietet nichts wirklich Neues, aber wenn man auf diese Art von Alternative-Rock steht, dann wird man mit dem Album auch sehr schnell warm. Ich persönlich hätte mir etwas mehr Innovation gewünscht. Album-VÖ: 16.11.2007