(Petroleum / Rough Trade) Polka goes Indiepop Mit Norwegen verbindet man normalerweise außer Ponys, Pullis und Prinzen nur noch lange dunkle Nächte. Doch jetzt erscheint mit dem vierten Album von KAIZERS ORCHESTRA etwas Neues auf dem Assoziationsradar – der königliche Kronprinz bekommt kaizerliche Konkurrenz, die das letzte Bier einer Partynacht noch besser untermalt. International bekannt wurden KAIZERS ORCHESTRA, die damals in Norwegen schon ziemlich erfolgreich waren, durch ihren Auftritt auf dem Roskilde Festival 2002. Die zwischen 2001 und 2005 erschienenen ersten drei Alben waren noch geprägt vom Klang der Ölfässerpercussions und Polkarhythmen. Mit „Maskineri“ dagegen nähern sich die KAIZERS bekannteren Klängen, ohne den eigenen Sound mit Folkeinschlag zu verlieren. Indiepop halt, und zwar im Sinne des ursprünglich gedachten „unabhängig“. Trotz der auf Norwegisch gesungenen Texte, die kein Mensch versteht (es sei denn, man hat gerade in Skandinavistik promoviert), vermitteln Songs wie ‚Med En Gong Eg Nar Bann’ durch die Musik allein das Gefühl einer leichten, angenehmen Melancholie. Die Gefahr, über kurz oder lang in eine temporäre Depression zu verfallen, besteht aber nicht - das Album schafft die Balance zwischen post-Partymusik und Tanzbodentauglichkeit. Klangfarblich schlägt sich mit Sicherheit auch Produzent Mark Howard nieder, der bereits Tom Waits arbeitete - vielleicht macht sich auch der Ortswechsel von Bergen nach Berlin bemerkbar: Das Album wurde im ehemaligen Rundfunkzentrum der DDR aufgenommen. Die Offenheit gegenüber neuen Einflüssen hat sich ausgezahlt. Mit „Maskineri“ liefern KAIZERS ORCHESTRA gute Musik abseits des Mainstreams, ohne anstrengend auf ihre Individualität zu pochen.