(Dockyard 1) HATE SQUAD haben nun 15 Jahre Bandbestand auf dem Buckel, stehen aber nach wie vor zu ihrem aussagekräftigen Namen. Musikalisch sind die harten Kerls jedenfalls kein bisschen schlaffer geworden, trotz der langen Zeit. Nach wie vor wird Hate (von Insidern auch als „H8“ bezeichnet) als große Aggro-Motivation verstanden. Anlässlich zum Jubiläum schustern die fünf Hannoveraner nicht etwa ein langweiliges Best of zusammen, nein, sie beglücken ihre Fans mit einem kompletten Album angereichert mit den lautesten Metalcore-Zutaten, fuck yeah. Volle Kraft voraus powern HATE SQUAD sich durch die Platte, sei es im stampfenden Midtempo oder Maximum Speed. Tatkräftige Unterstützung kommt dabei von Timo Böhling und Julian Tamke von Maintain und Marcus Bischof von den namhaften Heaven Shall Burn. Richtig neuartig wirkt „Degüello Wartunes“ dadurch nicht. Frontmann und Growlschwein Burkhard Schmitt kotzt sich ganz stilbewusst die Stimme aus dem Leib, mit Texten, die genügend Mitsingbarkeit besitzen („rise up! rise up! rise up!“), und die Gitarren schreddern im Hintergrund voll aggro vor sich hin, was Biohazard-Freunde hellauf begeistern könnte. Mauern werden dadurch allerdings nicht eingerissen. Konsequent galoppiert das Quintett von einer Nummer zur nächsten. In ‚At The End Alone’ schalten HATE SQUAD dann erstmals einen Gang zurück und lamentieren kraftvoll in Moll. Die Songs danach, insbesondere ‚Aggro Manticore’, bieten etwas mehr Abwechslung als die erste Hälfte des Albums. Doch es vergehen zehn ganze Tracks, bis mit ‚Rivers Of Blood’ endlich der ersehnte Wellenbrecher kommt. Hier dürfen Drums und Klampfen endlich ungehemmt losdreschen, da kommt Freude auf. Schnörkellos, geradlinig und ehrlich. Mit „Degüello Wartunes“ haben Hate Squad ein solides und soundtechnisch anständig produziertes Album hervorgebracht. Das bringt durchaus Bewegung in den Moshpit. Zu lange aber wartet man auf den Überflieger. Das wirkt wie eine mittelprächtig eingespielte Boysetsfire-Platte, auswechselbar und stellenweise einfallslos. Vielleicht wird es nach 15 Jahren allmählich Zeit für eine gewisse Weiterentwicklung.