(World In Sound) Übersetzt bedeutet LA IRA DE DIOS „Der Zorn Gottes“. Dass die Spacerocker aus Peru aber gar nicht so zornig sind, wird auf ihrem brandneuen Album „Cosmos Kaos Destruccion“ schnell klar. Was den Hörer hier erwartet, ist nicht rational, sondern jenseits aller Wirklichkeitswahrnehmung. Es ist Psychedelic. Frontmann Chino Burga und seine Buddies schmeißen sich ein paar bunte Pillen ein und starten, so scheint es, zu einem niemals endenden Flug über die Anden. Was für ein Trip. Und was für ein Sound. 44 Minuten lang türmen sich gigantische Gitarrenwände auf. Es groovt der Bass und tobt das Schlagzeug. Hier schwingt der Geist der Siebziger in seinen hypnotischsten Farben. Man denke da an die guten alten Hawkwind-Zeiten, als ‚Silver Machine’ durch die miefige Studentenbude hallte und der Duft von Gras in der Luft lag. Von Space und Drogenrausch mal abgesehen, lassen LA IRA DE DIOS unverkennbar Stoner Rock-Einflüsse durchschimmern. Während auf dem Vorgängeralbum „Archaeopterix“ der Blues die Zügel genommen hat, dominieren auf „Cosmos Kaos Destruccion“ Dreck und Staub. Da kommen in Tracks wie ‚Jamas Morire’ auf einmal Erinnerungen an Stonerbands ähnlich Colour Haze oder Los Natas auf. Allemal ein Kompliment an die Peruaner. Allerdings gelingt es dem Scheinquartett (Effektmann und vormals festes Mitglied Xtian Abugattas wird mittlerweile nur noch als Gastmusiker erwähnt) nicht, auf der Platte auch nur ein einziges Mal zu verblüffen. Beharrlich setzt die Band den Hörer unter musikalischen Dauerbeschuss und fährt fröhlich im vierten Gang ihren Weg ins Paradies. Das geht bis ‚Kaos’, allenfalls bis zum extrem abrockenden ‚Aburrido’, gut. Danach wird’s aber eintönig. ‚Cosmos Kaos Destruccion’, könnte der Hörer enttäuscht feststellen, entpuppt sich als ein weitschweifiges Soundgewabere, dem es an Kreativität und Abwechslung fehlt. Jede der Nummern steht super für sich und funktioniert sowohl zum Chillen im Wohnzimmer als auch zum Abtanzen in Kellerclubs. Im Ganzen geht das Konzept vielleicht nicht zu 100 Prozent auf. Doch wer kein Problem damit hat, gute Mucke in dosierten Häppchen zu genießen, findet in „Cosmos Kaos Destruccion“ den Trip des Sommers.