(Reprise Records / Warner) „Uh-Ah-Ah-Ah-Ahhhh!!!“ Es dürfen wieder animalische und abgehackte Kampfschreie ertönen! David „Glatze“ Draiman und seine „Gestörten“ sind endlich mit neuem Futter zurück! Und nebenbei in der Form ihres Lebens und mit alten Trademarks, aber der Reihe nach. Drei lange Jahre musste der darbende Fan sich gedulden, doch nun steht endlich mit „Indestructible“ Langspieler Nummer Vier in den Regalen. Wurden DISTURBED mit ihrem Debüt „The Sickness“ aus dem Jahre 2000 noch zu einer Armada (und mittlerweile auch zum größten Teil von uns gegangenen) New Metal-Bands in einen Topf geschmissen, wurde spätestens auf dem 2002er „Believe“-Album unmissverständlich klar, dass die Band ihre Zugehörigkeit eher in den Regionen des klassischen Heavy Metals sieht. Enge Lederhosen, nietenbesetzte Jacken und schwere Stiefel zeugten auch optisch davon. Aber nix Eunuchen/Eierkneifer-Gesang, DISTURBED sind hart und zeitgemäß, im Vergleich zu allen anderen Bands ihres „Genres“ aber die traditionellsten. 2005 reckte man „Ten Thousand Fists“ in die Höhe und konnte auch damit einen vollen Erfolg landen. Das Album, welches das ‚Land Of Confusion’-Cover von Genesis transportierte, zählt für mich zu den Highlights des Schaffens dieses hart rockenden Quartetts und befand sich jüngst auch wieder auf Dauerrotation in meinem iPod. „Indestructible“ toppt das Ganze aber nochmals. Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass die Scheibe das härteste -Werk ist. Und das Album auf dem Draiman wieder die altbekannten und Furcht einflößenden Schreie à la ‚Down With The Sickness’ (man höre nur den Brecher ‚Perfect Insanity’) erklingen lässt. Kein Zufall, wenn man Gitarrero Dan Donegan zitieren mag: „Wir wollten wieder etwas von dem einfangen, was auf den letzten beiden Alben untergegangen war. David hat die Fähigkeit, sehr melodisch zu singen, aber wir wollten wieder das aus ihm herauskitzeln, wofür er bekannt ist: rhythmisches, animalisches Schnellfeuer-Shouting. Er ist schwer zu toppen, wenn er das macht, und wir wollten ihm Musik geben, die genau das von ihm fordert.“ You name it! Vielen Dank dafür, kann ich nur sagen! „Indestructible“ bietet eine 100%-ig ausgewogene Mischung aus tonnenschweren Uptempo-Brettern und melancholischen Arschtritt-Hymnen, die für Draiman textlich derart reinigend und verarbeitend waren, dass er nach eigener Aussage „eine Menge Therapeuten-Rechnungen“ eingespart habe. Im Gegensatz zu den drei Vorgängern saß dieses Mal übrigens nicht Stamm-Producer Johnny K hinter den Reglern, sondern die Band werkelte mutig und in Eigenregie selbst! Der Sound ist allerdings amtlich wie eh und je und nahezu jeder der granatenstarken Riff-Attacken-Songs wird zum Evergreen! Überzeugt euch selbst! Album-VÖ: 30.05.2008