(I made this / BAM) „F**k You“ auf Schwedisch Heißt in diesem Fall TRAKTOR. Im Zeichen des Mittelfingers liefert die vierköpfige Ackermaschine aus Schweden mit „Sequence The Sequence“ rotzige Riffs und punkig-funkigen Hardcore. Dabei provozieren die Mannens aus Eskiltuna geradezu den Vergleich mit Refused, Jr Ewing oder The Hives. Gut, das muss nichts Schlechtes heißen, höchstwahrscheinlich gibt es für die Band kein größeres Lob. Der Mix aus Indie-Schubidu und zornigem Screamo jedenfalls birgt eine Menge Zutaten, die für diese Genres nur zu typisch sind. Die Beilage dagegen bietet eine Überraschung: Postrock. Oho! „Sequence The Sequence“ beginnt mit und besteht weitgehend aus schrammelnden Gitarren im Midtempo, die, wie Frontmann Fredrik Jepsen, geradezu nach dem Dancefloor schreien. Das klingt zwar nicht neu, ist aber vertraut und sitzt sofort im Ohr: Im Stakkato zuckeln die Klampfen zum stampfenden Schlagzeug, darüber krächzt der Anarchorebell (Refused lassen grüßen). Einfach aber einfach gut. Im zwölfminütigen ‚Ouvertyr’ zeigt sich die Band dann allerdings auch von ihrer melancholischen Seite. Spacerockige Synthies wabern hinter entspannten aber unablässigen Gitarrenmelodien, der dynamische Beat mutet Isis-haft sphärisch an, man darf sich zurücklehnen und die Welt um sich herum vergessen. Glücklicherweise verschonen TRAKTOR den Hörer weitgehend mit Jepsens Hardcoregeschrei, denn der wird nach spätestens dem siebten Track einfach nervig. Ansonsten sorgt die Band für punktuell eingesetzte Rhythmuswechsel und erfrischend unpoppige Dissonanzen, die an Nine Inch Nails’ orgiastische Drogenjahre erinnern. Was bleibt zu sagen? Dass sich beim Anhören von „Sequence The Sequence“ starke Assoziationen zu anderen, bereits genannten Gruppen entwickeln, bedeutet kein Manko. Der Anfangsriff in ‚Vultures’ klingt sogar verdächtig nach ‚You Will Be Shot’ von den großen Naked City. Und dazu sagen wir: Das funzt. „Sequence The Sequence“ ist ein wunderbar leichtes Album, gerade weil die Schweden gern mal zu Dissonanz und Rhythmuswechsel greifen. Sehr kurzweilig. Bitte mehr davon.