(Roadrunner) Down Under war schon immer für Überraschungen gut. Die vier Jungs von AIRBOURNE haben schon im Vorfeld von sich und ihren schweißtreibend-actiongeladenen Liveshows Reden gemacht. Schon der Opener ‚Stand Up For Rock 'N' Roll’ gibt die Marschroute der Australier vor. Rock'N'Roll in seiner ursprünglichen und dreckigen Form wird hier lupenrein präsentiert. Die O'Keeffe Brüder Joel (Gesang und Gitarre) und Ryan (Drums) machen keinen großen Hehl aus ihrer Vorliebe zu musikalischen Landsmännern von AC/DC oder Rose Tattoo. Knappe 38 Minuten Rock mit einer leichten Prise Motörhead wird einem hier vor das Rocklätzchen geknallt. Und Joel sei Dank hat man auch eine Kratzbürste erste Güte am Mikroständer, der dem Ganzen sein eigenes Markenzeichen aufsetzt. Zusammen mit David Roads (Gitarre) zaubert Joel oberamtliche Rotz-Riffs aus den Boxen, die es nur so in sich haben und das obwohl auch hier die Weniger-ist-mehr Attitüde herrscht. Schon nach den ersten Tönen wird klar, dass Kopf nicken und Beine wippen müssen. Der Rhythmus, mit dem man(n aber genauso frau) mit muss. Jawohl, es ist ein „Muss“. Man kann sich dem Groove einfach nicht entziehen, genau wie den Refrains, die partytauglich und unbedingt mit“singbar“ sind. „Runnin' Wild“ läßt Mark und Bein zucken. Eigenständigkeit mag im ersten Moment scheinbar ein Fremdwort sein, doch der Gesamtauftritt reißt mit, genau wie die Liveshows der Jungs. Die Energie, die hier per Debüt versprüht wird, lässt den Wehrmutstropfen des scheinbaren AC/DC-Plagiats locker abperlen, denn was uns hier in Sachen Hard Rock Pommesgabel geboten wird ist Güteklasse A. AIRBOURNE haben somit keine Bruchlandung hingelegt, sondern sind voll durchgestartet. Wollen wir hoffen, dass man mit Album Nummero Zwei ebenso überzeugen kann, denn die Einstiegs-Überraschung ist auf jeden Fall gelungen. Auch wenn noch kein Weihnachten ist, brennt die Hütte lichterloh. Mit „Runnin' Wild" in der Tasche braucht's kein Red Bull, denn AIRBOURNE verleihen Flügel.