(Cargo Records) An die trauernde Gemeinde des Mittneunziger Grunge: hier kommt ein Hoffnungsträger. Die Band nennt sich MY UNCLE THE WOLF, stammt aus New York und startet mit ihrem Erstling eine ultimative Rundumwiederbelebung mit Herzmassage, Mund-Zu-Mund-Beatmung und fetten Elektroschocks. Dabei wird nicht bloß Althergebrachtes à la Soundgarden abgestaubt und mit neuem Glanz versehen. Die Vierercrew von Sänger Zac „Noddy“ Hutton und Gitarrist George Vas spritzt dem bis zuletzt eher tot als lebendigen Genre auch kleine Dosen Blues’n Stoner, um die Herzpumpe wieder anzukurbeln. Und wahrlich, schon die ersten Takte gehen ins Blut und hauen so richtig rein. Bestand die Band noch vor drei Jahren aus hauptsächlich den beiden Gründungsmitgliedern und beschränkte sich auf improvisierte Jams, hat sich MY UNCLE THE WOLF mittlerweile zu einem festen Quartett mit eigenem Sound entwickelt. Dabei nehmen sich die vier Wolfsabkömmlinge ein besonderes Hauptthema zum Fundament: Die Zerrissenheit zwischen Gut und Böse. Mit Produzent Jimmy Bower haben sie zudem einen fetten Fisch an Land gezogen, denn Bower alias „the Godfather of Southern Metal“ hat schon bei namhaften Bands wie Eyehategod oder Debris Inc. mitgewirkt (Hey, wir wollen ja wohl Crowbar nicht unter den Tisch fallen lassen? Oder Down! – ZOSSE). Das Resultat ist ein Debütalbum, das viel versprechender nicht sein könnte. Mit einer Mischung aus Südstaatenblues (‚Lift The Storm’) und schnellem Hardrock (‚Ten: Forty Six’) treffen sie gemäß der Zeit genau ins Schwarze. „My Uncle The Wolf“ bietet alles, von verrauchten Absteigerbars bis zu deftigem Hardrock für große Bühnen. So cool und stimmungsvoll präsentiert sich eine Band auf ihrem Erstling selten. Auf ihrer Deutschlandtour (siehe Myspace-Seite) im Juni und Juli solltet ihr diese musikalische Perle auf keinen Fall verpassen. Zwei absolute Hörtipps zum Abschluss: ‚Least Amount Of Man’ und das ruhigere ‚Double Barrel Blues’.