(Rovena Recordings / Cargo Records)
Es gibt Momente im Leben, wo alles Augenzudrücken nicht hilft. Auf gestromt.de bekommt ihr eben nicht nur sagenhafte Neuvorstellungen vor den Latz gehauen, sondern werdet auch Zeugen, wie Bands mit ihren komischen Ideen mal ins Klo greifen. MY RUIN ist dieser Streich nun auf breiter Linie gelungen. Eine zweifelhafte Ehre.
MY RUIN sind bekannt für knallharten Hardrocksound, lassen es aber auch gerne mal so richtig thrash-metallig krachen. Die besondere Note hierbei verleiht Frontweib und Superbitch Tairrie B, die manchem Kerl mit Sicherheit schon das Fürchten gelehrt haben dürfte (Ja, stimmt! Ich erinnere mich an Tairrie im Vorprogramm von Type O Negative in der Music Hall in Hannover! Da hießen die aber noch Manhole! Egal, ich habe auf jeden Fall Angst bekommen! – ZOSSE) Auf dem fünften und brandneuen Album „Throat Full Of Heart“ präsentieren sich die ruinösen Vier von ihrer gewohnt aggressiven Seite und verkünden lautstark, wie verdammt „Ready“ sie „For Blood“ sind. Nebst straighter Mucke beinhaltet das Digipackage noch eine zusätzliche DVD mit großzügig gestreuten Videoclips, Dokus, Fotos und und und. Das ist aber leider auch das einzige Plus.
Ich würde bei MY RUIN sofort einschlafen, aber leider hält B’s Gekeife mich davon ab. Es ist schon erstaunlich, was das talentfreie Gewürge einer Frau mit eigentlich annehmbar abrockenden Gitarren und Drums antun kann. Man wird das Gefühl nicht los, der Sängerin tut etwas unglaublich weh und sie muss vor Schmerzen den Rest der spielenden Band überschreien. Am liebsten möchte man ihr einen Maulkorb anlegen und sie anschließend in den luftdichten Keller sperren. Die Passagen, in denen Miss B sich schließlich -gottlob!- auf ihre Rapvergangenheit besinnt und z.B. in ‚Not This Time’ die düsterrockige Musik mit sexy Sprechgesang versüßt, machen da auch nicht viel her.
In den seltenen Momenten, wo am Mikro endlich mal Stille herrscht und Mick Murphy ein verschüchtertes Gitsolo wagen darf, tut sich ein Hoffnungsschimmer auf, der aber schnell wieder zerschlagen wird. Die Instrumente werden derart in den Hintergrund gedrückt, dass man von den Songs leider kaum etwas mitkriegt. Das ist schade, denn gerade sie hätten der Rettungsanker des Albums sein können. So aber schieben sich MY RUIN selbst an den Rand des langweiligen Wahnsinns.

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