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BLACK LIGHT BURNS – Cruel Melody

cover-blackmelody

(Edel Records)

Im Vorfeld dieser Veröffentlichung war bereits überall von „Supergroup“ die Rede. Selbst als noch kein musikalischer Ton zu vernehmen war, kochte die Gerüchteküche um das All-Star Projekt, welches sich Ex-Limp Bizkit Gitarrist Wes Borland (oder ist er doch wieder dabei, oder immer noch an Bord, man weiß es nicht genau – egal) da um sich scharte, über. Was mag da nach Big Dumb Face kommen? Ist es nun ein Projekt oder eine „richtige“ Band? Ursprünglich sollte es ja nur ein Solo-Projekt sein, zu dem sich Wes einfach verschiedene Sänger/innen als Unterstützung holen wollte. Doch es wurde sehr schnell klar, als immer mehr heavy Material von ihm geschrieben wurde, dass er doch gleich selbst mal als Shouter in die so genannte Bresche springen könne.

Als Produzent fungierte kein geringerer als Danny Lohner, der mit Nine Inch Nails seinerzeit schon eine sehr gute Figur machte. Genau von Lohner’s Ex-Kapelle ließ sich Borland auch ziemlich stark inspirieren. Was hier jetzt nach einer Light Version von Nine Inch Nails klingt, ist musikalisch aber doch sehr eigenständig. Auch wenn hier und da Anleihen zu vernehmen sind, so hat „Cruel Melody“ doch seinen sehr eigenen Charakter.

Auch die weiteren Mitstreiter Borlands, Drummer Josh Freese (A Perfect Circle), Keyboarder Josh Eustis (Telefon Tel Aviv) und eben Danny Lohner formen hier ein sehr gutes Endprodukt. Nein, New Metal Einlagen à la Limp Bizkit sucht man vergebens und das ist auch gut so, denn im BLACK LIGHT BURNS-Kosmos hätten diese keinen Platz. Auf „Cruel Melody“ tendiert man eher in düstere Gefilde. Abwechslungsreichtum ist hier ein Schlagwort, welches immens groß geschrieben ist.

„Cruel Melody“ ist unberechenbar, interessant und technisch auf allerhöchstem Niveau. Nicht immer nachvollziehbar aber dadurch nur interessanter. Vergleichen könnte man es aktuell mit Puscifer (dem Side Projekt von Maynard J. Keenan)(Boah, die sind aber grottig! – ZOSSE), Nine Inch Nails und Filter. Auch Experimentierfreude, was Soundschnipsel und Geräusche (wie eben auch bei Nine Inch Nails) angeht, machen das Gesamtkorsett von „Cruel Melody“ immer wieder aufs Neue interessant und auch die Langzeitwirkung gewinnt dadurch.

‚I Am Where It Takes Me’, der vorletzte Song, besticht zudem durch die Gastsängerin Johnette Napolitano und kann gerade dadurch als ein weiteres Highlight der Scheibe bezeichnet werden. Und mit ‚Iodine Sky’ ist ein perfekter Abschluss zum Eintauchen in neue Sphären gefunden. Zuvor stechen natürlich auch die härteren und teils schnelleren Nummern, wie z.B. ‚4 Walls’ deutlich hervor. Genau diese Mischung aus hart und experimentell, soft und spannend, überraschend und groovend, melodiös und sphärisch machen „Cruel Melody“ zu einem eigenständigen und überraschend gelungenem Werk von Wes Borland und Co.

Bleibt zu hoffen, dass es auch ein Album Nummer Zwei geben wird und wie die Weiterentwicklung zu „Cruel Melody“ sich anhören mag. Man darf gespannt sein. Doch für die nächste längere Zeit darf man sich am vorliegenden Debüt erfreuen und lange Spaß, bzw. Hörfreude haben.

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