Nein, die deutsche Datenbank für Computerspiele veröffentlicht kein eigenes Game. Die vier besagten Herren gehören einer Band an, die (ich zitiere) aus den Tiefen aufgetaucht ist, um der stagnierenden UK Hardcore-Szene Leben einzuimpfen. Dass sich Datenbank und Musikgruppe denselben Namen teilen, dürfte Zufall sein (aber wer weiß…). So jedenfalls hat sich die Band mit ihrem Motto hohe Ziele gesteckt, von deren tatsächlichen Umsetzung sich ab 23. Juni jeder selbst überzeugen kann. Die erste Hörprobe in das frisch gepresste Album „Beyond Hurt Beyond Hell“ verspricht jede Menge deftigen Hardcore und bissige Beats.
Das Album wird nicht nur von der Aggression getragen. In Tempo und Härtegrad durchlaufen die 13 relativ kurzen Tracks eine hitzige Achterbahnfahrt, was die Platte sehr kurzweilig macht. Schon ab dem ersten Taktschlag brettert der musikalische ICE derart unter Volldampf über den Hörer hinweg, dass man nicht anders kann, als mit abzugehen. In ‚Ill Fated’ zum Beispiel peitschen die Instrumente gnadenlos durch die Lautsprecher, während Frontmann Adam Cox seine Qualitäten als aggro Mic-Beschaller unter Beweis stellt.
Von den musikalischen Prügel abgesehen, demonstrieren die Junges aber auch Reife (seit der ersten EP in 2003). So regiert auf „Beyond Hurt Beyond Hell“ nicht die Wut allein, nein, hier werden auch nachdenkliche Töne angestimmt. Stücke wie ‚Sand And Time’ oder ‚The Sun Wields Mercy’ erinnern durch ihr gesetztes Tempo und den Molleinschlag stark an die späten Boysetsfire. Gleichzeitig bemerkt man einen dezenten Gebrauch an Effects (‚Omega’), die sich nie in den Vordergrund drängen, aber eine eigene Note in den sehr rockigen Sound implementieren. Da passiert es dann sogar, dass sich Assoziationen mit völlig genrefremden Bands aufdrängen wie Godspeed You! Black Emperor. Darüber hinaus überraschen die Texte mit ungeahnter Tiefe. Eigentlich kein Wunder, denn als Songwriting- Inspiration nennen THE LEGACY unter Anderem den Dichter Charles Bukowski.
„Beyond Hurt Beyond Hell“ hat den Anspruch, den UK Hardcore umzukrempeln, aber nicht stumpfsinnig zu sein. Ob die Mannen aus Sheffield Ersteres auch schaffen, wird sich zeigen. Die Stumpfsinnigkeit aber haben THE LEGACY bereits meilenweit hinter sich gelassen. Dazu sagen wir: Top!


Abgelegt in
Tags: 
