(Interscope / Universal) SCARS ON BROADWAY, die neue Band von System Of A Down Gitarrist Daron Malakian und John Dolmayan (Drums), hat bereits bei ihren- nicht nur hierzulande - absolvierten Live Gigs offene Münder und positive Reaktionen en gros hinterlassen. Aber was heißt hier neue Band ... Man formierte sich schließlich bereits 2005, also hat man nicht mal eben schnell ein Album abgeliefert, sondern feilte schon länger an Songs und lieferte zahlreiche Live-Slots ab. Und natürlich merkt man dem Debüt von SCARS ON BROADWAY den leichten System-Einschlag an, doch das will nichts heißen, denn ansonsten kommt Malakian's Mannschaft äußerst eigenständig rüber, ohne das sie Gefahr laufen ein zweitklassiges System Of A Down-Plagiat oder Resteverwerter zu sein. Außerdem kommt hier auch das stimmliche Potenzial von Daron voll zur Geltung, was man sonst ja nur als Zweit-, bzw. Backgroundpart von System Of A Down-Songs kannte. Und der Frontpart steht ihm äußerst gut. Im direkten Vergleich zum Solo-Debüt von Frontmann Serj, muss ich sagen, kommt „Scars On Broadway" etwas roher und überzeugender daher (erinnert mich in den lospreschenden Passagen teilweise an neuere Sex Pistols oder Amen – Zosse), da es frischer und fetziger klingt, eben nicht ganz so „poppig“. (Obwohl man natürlich keinen direkten Vergleich ohne großes Ausschweifen ziehen kann, da es ja fast unterschiedliche Genres sind, in denen sich die beiden mit ihren Solo-Debüts bewegen.) Geschmacksache und Situationsabhängig. Nichtsdestotrotz ist „Scars On Broadway" ein beachtliches Debüt und entfacht die gleiche Energie, wie man sie auch live miterleben konnte. Natürlich sollte man keine System Of A Down erwarten, die abgedrehten Parts, für die System Of A Down bekannt sind, fehlen hier natürlich fast gänzlich. Und wie Daron selbst sagt, halten sie es wie Kiss: jeder macht sein Solo-Album und dann geht es wohl wieder weiter mit einem regulären System-Output. Warten wir es ab, jedoch solange kann man sich getrost „Scars On Broadway" zulegen und abhotten, moshen, rocken, sich voll und ganz entladen (haha, was?! – Zosse) und unbedingt den nächsten Live-Slot der Jungs anchecken, denn da kann man es vor Ort erleben und muss es nicht auf einem Disco-Dancefloor zu einem Song oder im Zimmer vor den eigenen Boxen tun (ich frage mich echt, woran Du bei „tun“ denkst! – Zosse).