(iO Rocks/Intergroove) Hui – wie die Zeit vergeht. Es ist tatsächlich schon fast 5 Jahre her, dass die Guano Apes sich auflösten. Die Lücke konnte keine andere Band bis dato füllen und vielleicht sind es ja die wieder erstarkten ¾ der einstigen Hoffnungsträger deutscher Alternative Musik selbst, die in ihre eigenen Fußstapfen treten. Was die wenigsten wissen: Bereits 3 Monate nach dem Split kamen Dennis (Drummer), Henning (Gitarrist) und Stefan (Bassist) zusammen, um gemeinsam zu rocken. Fortan traf man sich immer wieder, um gemeinsam kreativ tätig zu sein. Die Energien konnten aber erst 2006 richtig gebündelt werden, als der Posten am Mirko besetzt wurde. Dennis hörte und traf den Soulsänger Charles auf der Frankfurter Musikmesse und dank gemeinsamer Interessen, wurde man sich schnell einig, gemeinsam zu jammen. Das Resultat iO gibt der auf dem Papier sterilen Mischung von souligem Gesang und grooviger Rockmusik recht. Auf der Platte entwickelt sich eine ganz eigene Form an Energie und Dynamik, die alles andere als Deutsch klingt. Im Gegensatz zu Sandra rocken die Herren richtig drauflos und sollten damit jeden Kritiker zum Verstummen bringen. Für den gelungenen Sound zeichnet sich Hausproduzent Fabio Trentini („fünftes Bandmitglied“) verantwortlich, der schon das Guano Apes-Debüt veredelte. So sagte man sich „never change a winning team“ und nahm ebenfalls im altbekannten Horus Sound Studio in Hannover auf. Die wieder gewonnene Spielfreude hört man aus jedem Ton, denn der Vierer rockt mit großer Lust und Hingabe und zeigt (getreu dem Bandnamen), dass die Summe mehr ist als ihre Einzelteile. Die Spannungsbögen der Laut-Leise-Dynamiken beherrscht das Quartett im Schlaf und erinnert damit an eine heftige Variante von Skunk Anansie. Stimmlich hört man dafür Parallelen zu Sevendust, deren Sänger Lajon über ein ähnliches Timbre verfügt wie Charles. Jeder einzelne Song kickt und man verzichtete vollends auf reine Balladen. Mit einer solch starken Platte im Gepäck, kann man Deutschland und Europa noch mal richtig in den Arsch treten. Wer hätte gedacht, dass sich die ehemaligen Apes mit diesem Werk selbst übertreffen? Das beweist „Totgesagte leben nicht nur länger sondern auch besser!“