(Steamhammer / SPV) Dass die Herren bereits seit 13 Jahren unter dem Banner ZEBRAHEAD musizieren, merkt man dem 6. Album keineswegs an. Die fünf Jungs aus Orange County zelebrieren ihren frischen Punk mit Spielfreude und Hingabe, der ihrer Herkunft zu jeder Zeit gerecht wird. 16 Songs lang bekommt man gute Laune um die Ohren geblasen, dass selbst Miesepeter nach kurzem Genuss zu Frohnaturen mutieren. Die Mischung der Kalifornier, melodischen Punk mit Rap Vocals und anderem Allerlei zum Besten zu geben, ist wie immer gewagt, denn der Sprachgesanganteil ist nach wie vor hoch und manchmal doch nur einen Hauch von Kappellen wie Crazy Town entfernt. Doch im Gegensatz zu diesen aufgeblasenen Pseudo Rockstars ist das Schaffen der Zebraköpfe einfach ehrlicher und erdiger. Der Ska-Anteil in der Musik wurde auf dem neusten Output deutlich erhöht, was zu noch mehr Tanzbarkeit verhilft, dagegen steuern derbe Hardcore-Ausbrüche wie etwa in der Eröffnungsnummer. Im Asiatischen Raum gehört die Truppe seit „MFZB“ und vor allem der Single ‚Rescue Me’ zu den Millionensellern. Für den europäischen Markt scheint die ungewöhnliche Mischung bislang zu krude gewesen zu sein. Wer sich aber auf den Sound der sonnengebräunten Beach Boys einlässt, der erhält eine klasse Melange Marke Offspring, Green Day, Blink 182, Ska-P kombiniert mit Linkin Park, R.A.T.M. und 311. Den Mut zu einem ähnlich gelagerten Crossover hatte vor langer Zeit einmal eine Band namens Mucky Pup, die leider ein Geheimtipp blieben und der breiten Masse unbekannt waren. Der ganz spezielle Genre Mix im Lager ZEBARHEAD liegt höchstwahrscheinlich auch am multikulturellen Background der Bandmitglieder, denn ihre Wurzeln haben einige der Musiker in Deutschland, Italien, Skandinavien, Iran und den Philippinen. Diese „Gegensätze“ finden sich in der Musik wieder, in der Fun-Punk auf Knüppelpassagen trifft, wo sich Ska-Einlagen mit Rapgesang und melodischen Chören die Klinke in die Hand geben. Die witzigen Texte samt lustiger Titel sind das Salz in der Suppe. Angesichts eines Songs wie ‚Mike Dexter Is A God, Mike Dexter Is A Role Model, Mike Dexter Is An Asshole’ ist man ganz froh, nicht Mike Dexter zu sein. Bei wem die Rezension etwas Interesse geschürt hat, der sollte sich die Band am besten gleich auf Myspace zu Gemüte führen – es lohnt sich!