Willkommen im Mando-Land Wenn Weltklassesport auf allerfeinsten Rock trifft, dann ist sogar im sonst eher beschaulichen Pinneberg was los. Am 24.08. lockten BMX und Wakeboard 5500 Besucher in den Ort 18 km nordwestlich von Hamburg – und nicht zu vergessen die musikalische Untermalung von Anti-Flag, Pennywise und Mando Diao. Dabei standen die Zeichen des Sommerevents der T-MOBILE EXTREME PLAYGROUNDS in den frühen Morgenstunden noch nicht auf Erfolg. In aufwändiger Nachtschicht musste, dem Dauerregen zum Trotz, die durchnässte Erde mit Lastwagen abgetragen und das gesamte Areal der Wasserski-Anlage neu befestigt werden. Pünktlich zu Beginn war wieder alles in trockenen Tüchern und auch die Sonne zeigte Einsehen. Die größte Überraschung im Wakeboard Cable war Steffen Vollert. Der 21-jährige Bayer fuhr auf Platz Drei, zeigte Boardsport auf Weltklasse-Niveau und beförderte im Halbfinale die Nummer Drei der Weltrangliste, Sam Collins aus Australien, auf Platz Vier. Im Finale lieferte der Niederländer Mike Ketellapper eine riskante Kampfansage mit spektakulären Tricks, stürzte jedoch zweimal. Der amtierende Weltmeister Tom Fooshee (USA) hielt den Backside 720 in verschiedenen Variationen dagegen, performte so sauber und souverän wie kein anderer - und wurde verdient zum Sieger im Wakeboard Cable gekürt. Mit spektakulärem Start vom fünf Meter hohen Sprungturm in die Miniramp ging BMX-Legende Dave Osato aus Kanada ins Finale gegen den 17-jährigen Harry Main. Mit schwierigeren, schnelleren und höheren Sprüngen im entscheidenden Wettkampf gegen den 32-jährigen Rivalen Osato hatte der junge Engländer letztendlich die Nase vorn und bewies, dass er derzeit eines der größten Talente ist. Ähnlich wie die Vorbereitungen für die EXTREME PLAYGROUNDS hatten auch Mando Diao am Vortag einen eher schlechten Start auf dem Jazzfäst der Ärzte in Uelzen. Kurzzeitig desorientiert wähnten sie sich bereits in Hamburg – und die Ärzte-Fans ließen sie dafür gnadenlos gegen eine Wand aus Desinteresse laufen. So bot der Gig in Pinneberg die Gelegenheit zur Versöhnung mit den Norddeutschen, und das vor gewohnterer Kulisse: Die vorderen Reihen gut gefüllt mit kreischenden Teenagern, dahinter feierfreudiges Publikum und die Kameras von MTV. Schon am Nachmittag hatten sich die fünf Musiker bei einer knapp einstündigen Autogrammstunde ungewohnt publikumsnah und zugänglich gezeigt. Von Zeit zu Zeit rutschte den Schweden gar ein Lachen heraus und versetzte junge und nicht ganz so junge Mädchenherzen in Verzückung – der Bandinterne Wunsch nach Marlboro-Zigaretten-Nachschub das zuständige Personal hingegen in Beschaffungsnöte. Dank der Liveübertragung von MTV gingen die Headliner des Tages pünktlich auf die Bühne und begannen, das Publikum von Ochrasy aus zu erobern – was gelang: Routine hin, Allüren her, die Herren sind und bleiben fantastische Musiker, die ihren Erfolg wahrhaftig verdienen. Denn wer sein Publikum so um den kleinen Finger wickeln kann und dabei so gut klingt, darf auch von Zeit zu Zeit in großartiger Pose verharren, die zu sagen scheint: kniet nieder. Stimmlich einwandfrei, mit einer grandios- virtuos gespielten Gitarre und Einsätzen auf die Millisekunde spielten die fünf Musiker ein Set mit Songs aus allen vier bislang erschienenen Alben. Der nicht ganz so gut als Opener gewählte Song von „Never Seen The Light Of Day“ ließen zauberhaft gitarrenlastige Lieder wie „Sheepdog“, „TV And Me“ und „Down In The Past“ ganz schnell vergessen. So lassen wir Mädchen uns gerne um den Finger wickeln… und wären wirklich fast niedergekniet. (Alle Fotos Copyright Feli H.)