(Steamhammer / SPV) Das erste MOTÖRHEAD Album kam vor 31 Jahren über uns, via Chiswick. Seitdem gab es einige Bandmitgliederwechsel und Lemmy Kilmister ist jetzt noch das einzige Originalmitglied. 1984 kam Phil Campbell an die Gitarre und 1992 Mikkey Dee an die Trommelbutze, und da blieben se auch bis heute und erfreuen Tausende von Fans immer wieder mit neuen Alben, wie nun auch diesen Spätsommer, 2008. MOTÖRHEAD macht aus, dass man weiß, was man an ihnen hat. Sie bleiben sich und dem Rock’n Roll einfach treu. Sie jagen keinen Trends nach und sind auch keinesfalls drauf angewiesen. Egal welches Album sie veröffentlichen, die Leute freuen sich immer darüber, kaufen die Platten und pilgern zu den Konzerten. MOTÖRHEAD ist eben keine typische, britische 70er Jahre Rockband. Sie waren nie hippiesk und das kommt ihnen total zu Gute, denn dadurch wirkt ihre Musik einfach nie verstaubt, abgedreht und ausgelutscht. Ein weiterer Vorteil des MOTÖRHEAD Rock’n Roll ist auch, dass die Songs keine psychedelischen 20 Minuten Arien sind, denn das ist doch echt nur schwer ohne sinneserweiternde Stoffe auszuhalten (kann ich mir nur so vorstellen). Auch auf „Motörizer“ kommt all das zum Tragen. Die meisten Songs beschränken sich auf Titellängen von 3:30 Min., lediglich drei Titel gehen drüber...in der musikalischen Kürze liegt eben meistens die rockende Würze (Achtung Sparwitz: Da hat bestimmt damals Gitarrist Würzel für gesorgt, haha!)...klingt banal, ist aber so. Außerdem klingt das Album frisch und jugendlich...bis auf Lemmys rotzige Stimme, aber ohne die wären’s auch nicht MOTÖRHEAD und die Stimme war vor 30 Jahren auch schon verrockt und kam gut an. Komischerweise kommt die Platte erst ab dem sechsten Track ‚Buried Alive’ richtig in Gang. Die zwei folgenden Songs ‚English Rose’ und ‚Back On The Chain’ würde ich als meine Favoriten auf „Motörizer“ benennen. Ich denke als MOTÖRHEAD Fan wird man an dem Album absolut nix auszusetzen haben. Als nicht oder wenig MOTÖRHEAD – Kenner könnte man mit „Motörizer“ die Chance auf einen Neuanfang haben.