(Bieler Bros.) Hasst mich, steinigt mich, aber habe ich schon mal erwähnt, dass ich Reggae ums Verrecken nicht abkann? Dieser Musikstil ist strunzend ödes, dope-geschwängertes Gefissel für Zugedröhnte! Komischerweise gehe ich total steil auf SKINDRED (der ein oder andere dürfte die Band noch in Verbindung mit der Vorgänger-Combo Dub War bringen!)! Und das obwohl die Musik der vier Waliser zu einem nicht unbeträchtlichen Teil aus eben…. ähhh…. Reggae besteht! „Roots Rock Riot“ ist das zweite Werk von SKINDRED und geht ab wie ein Sack Flöhe. Versetzte die Band vor einigen Jahren bereits die Kulturfabrik Löseke in helle Aufregung, zündet auch das neue Material sofort wie eine Pershing! Sänger und Rastaman Benji fightet mit zwei in ihm hausenden Dämonen. Auf der einen Seite das typische Reggae-Gebrabbel, auf der anderen schneidende und bösartige Screams. Befeuert wird der innovative „Jekyll and Hyde“-Gesangsstil von … sagen wir mal „New Rock“, also quasi New Metal, Punk und Rock in den Topf und auf hoher Flamme gekocht! Bieler Bros-Produkte kamen schon von jeher mit druckvollem Sound um die Ecke, SKINDRED stehen dem in nix nach und fügen sich hervorragend in die Palette aus Nonpoint, Will Haven und Stereoside. Vom Abwechslungsreichtum ist das Album ganz weit vorne. Ob ein Party-Kracher, zu dem man sofort hopsen könnte bis zum Brutalo-Brett, SKINDRED haben alles in petto und spielen sämtliche Stärken gekonnt aus. Fazit: Reggae okay, aber nur mit dicken bollernden Breitwand-Gitarren und im Wechselspiel mit aggressiven Shouts! Dann klappt’s auch mit dem Zosse! 😉