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TOMTE – Heureka

cover-tomteheureka

(Grand Hotel van Cleef)

TOMTE vertonen das Plätschern in Archimedes Badewanne

Laut Wikipedia ist „Heureka“ ein freudiger Ausruf nach gelungener Lösung einer schweren Aufgabe.
TOMTE standen mit Sicherheit vor einer eben solchen, als es galt, eine würdige Nachfolgerplatte für „Buchstaben über der Stadt“ (2006) zu produzieren. Nun gibt es sie endlich, sie heißt „Heureka“, sie beginnt mit den Worten „seltsam, seltsam“ und ungewohnten Pianoklängen. Sänger Uhlmanns Vaterschaft? Das vielberichtete Gerappel im Bandgefüge? Oder der Umzug nach Berlin? Vielleicht ist es alles, was das neue TOMTE-Album anders klingen lässt.

Die Texte kommen (leider) größtenteils ohne die kryptisch- verschlungenen Wortdeutungen des Herrn Uhlmann aus, und auch musikalisch vermisst man über weite Strecken die eckigen Gitarren und Gesänge, die den alten TOMTE-Sound ausmachten. Uhlmann, eigentlich der Meister des Wortverdrehens, entgleist manchmal gar in billige Reime. Lieder wie ‚Voran, voran’ sind soweit von alten Glanzstücken wie ‚Schönheit der Chance’ entfernt, dass man beim ersten Hören schon zweifelt, ob Uhlmann und Co. wirklich, wie einst Archimedes, nackt und „Heureka!“ schreiend aus der Badewanne sprangen, als sie den Song aufnahmen. Doch TOMTE geben jedem Hörer, der das Alte vermisst, immer dann, wenn es am Schlimmsten ist, mit den Glanzlichtern auf „Heureka“ einen Rettungsanker ans Ohr: ‚Wie ein Planet’, ‚Der letzte große Wal’ und ‚Küss mich wach, Gloria’ bieten große Momente in Text und Musik. Und bei ‚Nichts ist so schön auf der Welt, wie betrunken traurige Musik zu hören’ wartet Sänger Thees mit den gewohnten und geliebten Weisheiten über das kleine Glück im Leben auf.

Im Rest des Albums plätschert die Musik meist dahin wie das Wasser in der Badewanne – nur dass eben keiner „Heureka!“ brüllt. Uhlmanns Stimme ist zwar genau das Richtige für kratzigen Indie-Rock, nicht aber für melodiöse Popambitionen.

Und so hoffen wir, dass die Herren von TOMTE beim nächsten Mal wieder dem eigenen Wunsch für die Hörer folgen: ‚Dein Herz sei wild’!

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