(Vagrant / PIAS / Rough Trade) 2008 heißt es auch bei SENSES FAIL: das dritte (für eine Band wichtige) Album steht an! Wobei man sich nach bislang 850.000 verkauften Alben nicht so viel Gedanken machen sollte. Nach dem Debüt „Let It Enfold You“ (2004), dem Nachfolger „Still Searching“ (2006) und dem ersten Hördurchlauf von „Life Is Not A Waiting Room“ kann man aber Entwarnung geben und Folgendes attestieren: SENSES FAIL festigen ihren guten Ruf im ScEaMO/Hardcore-Segment noch eindringlicher! War ich auf der Taste Of Chaos-Tour 2006 in Bremen doch etwas enttäuscht von der Live-Performance der New Jersey-Boys um Shouter Buddy Nielsen (mag auch an der Präsenz und Übermacht von Underoath und Saosin gelegen haben), kann mich das neue Werk vollkommen besänftigen. Verstärkt durch den ehemaligen Hot Water Music-Bassisten Jason Black (der den abgewanderten Mike Glita ersetzt) präsentieren sich SENSES FAIL noch virtuoser, was in erster Linie an den neu dazu gewonnenen Gitarren-Soli im Iron Maiden-Stil liegt, die sich perfekt in den Sound des Quartetts fügen. Wer bis zum jetzigen Zeitpunkt noch nie mit SENSES FAIL in Verbindung gekommen ist, bekommt anbei eine kurze Soundbeschreibung gefolgt von den 2008er Neuerungen: Die Band hat sich einem melodischen (Post)-Core-Sound verschrieben, bei dem sich die wirklich charakteristischen Clean-Vocals von Nielsen (etwas nasal, aber dafür unter Hunderten wieder zu erkennen!) mit gelegentlichen Screams abwechseln. Viel Wert wird auf harmonische Songstrukturen und poppige Einflüsse gelegt. Zum neuen Werk: In den aggressiven Momenten klingt Nielsen druckvoller als zuvor, singt sich aber durch alle Emotionen. Besonders durch die melancholischen, was wahrscheinlich am Background der Album-Entstehung liegen wird. Nielsen trennte sich von seiner langjährigen Lebensgefährtin und verlor einen guten Freund an den Krebs. Nichtsdestotrotz ballern die Jungs stellenweise aber noch gut los! Im Gegensatz zu den älteren SENSES FAIL-Werken fiel die Eingängigkeit einer neuen, kompositorischen Stärke zum Opfer, was das Album aber noch interessanter und erarbeitenswerter macht. Wer SENSES FAIL bislang ganz oben auf dem Zettel hatte, wird sicherlich auch an „Life Is Not A Waiting Room“ seine Freude haben. Für Genre-Käufer und „Nach-Labeln-Schieler“ reicht mit Sicherheit schon das „Prädikat“ Vagrant auf der Verpackung! 😉