(Prosthetic / Soulfood) Gott, was für ein Sound. Was für ein Wohlklang! Leichtfüßig, fast flüchtig fliegen die filigranen Vocals des fein flötenden Frontmanns hinfort und fabrizieren feinfühlige Verse. Das war mein Traum von letzter Nacht. Dann lege ich BENEATH THE MASSACRE auf und ich weiß, mir platzt gleich etwas. Hätte ich noch einen Blinddarm, wäre er nach dem ersten Takt von „Dystopia“ durchgebrochen. Die Härte, die einem hier entgegenpeitscht, hinterlässt Spuren im Gehirn, kein Scherz. Und ich rede nicht von aufkeimenden Gedanken wie „Muss ich haben! Kaufen kaufen!“ All die Liebe und tänzelnde Leichtigkeit meiner Traummusik wird von der kanadischen Brutaloband zerfleischt. Schon das postapokalyptisch anmutende CD-Cover eines halb skelettierten Fötus’ (gab es in der Musikcovergeschichte ja noch nicht) lässt einen vor bangen Erwartungen zittern. Death-geplagte und Tech Metal-überzeugte Menschen, aufgepasst! Hier findet ihr eine Band, die den Skalp der Menschheit will und dazu Gehörgangsverpestung betreibt. Trotz allem, BENEATH THE MASSACRE sind nicht dumm und haben sich für die Produktion des upcoming „Dystopia“ hohe Prominenz wie Alan Douches ( Hatebreed, Mastodon) und Jason Suecof (The Black Dahlia Murder, All That Remains) ins Haus geholt. Das Ergebnis ist ein überraschend differenzierter Sound aus gnadenlosen Tech-Riffs und kernigen Drumpatterns, die aber aus ihrer Gleichförmigkeit nicht ausbrechen können. Growler und Grunzer Elliot Desgagnés erreicht mit seiner Stimme Katakombentiefe und tötet alles aufblühende Leben systematisch ab. Manch einer wagt schnell den Vergleich mit der brillanten Klangqualität von The Dillinger Escape Plan. Aber das wäre doch zuviel des Guten. Tragt euren Teil zur höheren Kindersterblichkeit bei, hört BENEATH THE MASSACRE! Nur für erfahrene Misanthropen zu empfehlen.