(Interscope / Geffen) Es ist unglaublich, wie lange diese Band schon ihre Fans begleitet. Zwar schon diverse Male zu Grabe getragen und wieder ausgebuddelt, existieren THE CURE bereits seit 32 Jahren. So alt sind viele ihrer Anhänger noch nicht mal! Nach der Gründung im Jahre 1976 (damals noch Easy Cure, THE CURE nannte man sich ab 1978) ist „4:13 Dream“ das nunmehr 13. Album. Frontmann Robert Smith, der Gottvater aller DüsterEmoRocker, ist zwar das einzige noch verbliebene Gründungsmitglied, Basser Simon Gallup ist immerhin aber auch schon seit 29 Jahren (wieder) ein Teil der englischen Legende. THE CURE’s Musik entwickelte sich im Laufe der Jahre von konzeptionellen und minimalistischen Düsterepen (‚The Forest’) bis zu fröhlicheren, fast schon Pop-Stücken (‚Friday I’m In Love’) und überraschte zu jedem Zeitpunkt, wahrscheinlich mit der Hauptgrund, warum die Band immer spannend blieb und unzählige Fans in Musiker- und Nichtmusikerkreisen ich ihren Bann zog. An „4:13 Dream“ begann man schon im April 2006 zu arbeiten, im Mai 2008 (natürlich am 13.) veröffentlichte man eine erste Single (‚The Only One’), die mit drei folgenden Auskopplungen (‚Freakshow’, ‚Sleep When I’m Dead’ und ‚The Perfect Boy’, auch jeweils am 13. eines Monats) inkl. B-Seiten als Appetizer aufs Album fungieren sollte, welches nicht wie geplant am 13.09., sondern einen guten Monat später, am 24.10., erschien. Um mal kurz zu untermauern, wie diese Band die Massen fesselt: Im August waren alle vier Singles gleichzeitig in den Top-20 der US-Charts vertreten! Im September folgte dann noch die „Hypnagogic States“-EP, auf der sich Remix-Versionen der vier Singles befanden: Gerard Way (My Chemical Romance), Pete Wentz & Patrick Stump (Fall Out Boy), Jade Puget (AFI) und 30 Seconds To Mars präsentierten ihre Interpretationen der neuen Songs, und 65 Days Of Static, die THE CURE auf der „4Tour“ begleitet hatten, verknüpften alle vier Singles kurzerhand zu einem einzigen Track. Sämtliche Erlöse aus dem Verkauf der EP gingen übrigens an das Rote Kreuz! Nach dem Ausstieg von Keyboarder Roger O’Donnell verzichten THE CURE auf ihrem neuen Werk fast gänzlich auf Keyboard-Teppiche, was den Gitarren mehr Raum zum Entfalten einräumt. Stilistisch ist „4:13 Dream" meiner Meinung nach in den 90er Jahren einzuordnen, obwohl sich alle Phasen der Band offenbaren. Das Werk ist recht verkopft und öffnet sich in der Gesamtheit nicht beim ersten Hördurchgang, sondern muss erarbeitet werden. Und das THE CURE genau dies wollten, kann man schon daran erkennen, dass Smith und Co. das 6-minütige langsame ‚Underneath The Stars’ an den Anfang stellten und es dem Hörer so alles andere als einfach machen. Wenn man den Zugang aber erst mal hat, ist man dankbar, THE CURE noch immer unter den Lebenden zu wissen!