(Import) „Welcome To The Night Sky" von WINTERSLEEP aus Halifax ist laut Recherche über den großen Teich schon seit 2007 am Start, beziehungsweise dort in den Läden. Leider kenne ich das Debut von 2005 „Wintersleep“ und das „Untitled“-Album nicht, doch das vorliegende „Welcome To The Night Sky" ist ein großartiges Stück Musik. Es hat mich auf Anhieb mitgerissen in dieser doch recht ungemütlichen Vorweihnachtszeit, was das Schmuddelwetter anbelangt. Mit „Welcome To The Night Sky" verhält es sich bei mir, wie damals mit dem dritten Album von Brand New „The Devil And God Are Raging Inside Me“. WINTERSLEEP schaffen es, eine hervorragende Stimmung zu schaffen und diese über komplette Albumlänge zu entfalten. Es gibt keinen Ausfall auf „Welcome To The Night Sky". Die Intensität, mit der die fünf Jungs aus Halifax ihre Songs spielen, ist einfach großartig. Schon der Opener 'Drunk On Aluminium' gibt die Richtung vor, in die das Album geht, oder besser auf welche Art und Weise man mit ihrer Musik getragen wird. Atmosphärische Klangwelten mit gespenstisch anmutenden Gitarren (dies in einem äußerst positiven Sinne gemeint!) treffen auf einen teils labil-zarten Gesang, der an Radiohead, Brand New, Death Cab For Cutie, Mogwai, Pink Floyd oder auch mal an R.E.M. erinnert. Und immer wieder mündet diese zu zerbrechen drohende Ruhe in rockige Ausbrüche und auch in noisige Parts, aber alles von einem äußerst melodiösen Korsett zusammengehalten. Epische Indierock Kleinode auf sehr hohem Niveau. Fantastisch. Zehn, auf der europäischen Version vielleicht sogar 12 exzellente Songs, die auch nach mehrmaligem Hören immer noch überzeugen und nicht langweilig werden. Ein weiteres Highlight zum Jahresende! Und vor kurzem konnte ich mich auch live von ihren Qualitäten überzeugen. Eigentlich war ich gar nicht so in „Konzert-Stimmung“, doch vom ersten Ton an hat mich die Band mitgerissen. Ihre Spielfreude hat überzeugt und sich auf das Publikum übertragen. Was bei dem Gig auffiel ist, dass ihre Songs live noch intensiver rüberkamen, was zum einen an der Performance der fünf Typen aus Halifax liegt, zum anderen aber auch an den Songs, die noch druckvoller, vielleicht sogar härter präsentiert werden. Trotz dieser Härte verlieren sie nicht an Intensität und der leicht zerbrechlichen Grundstimmung. Einfach perfekt umgesetzt und wie auf dem Silberling auch Live nur zu empfehlen! Es ist schwierig, gezielt Favoriten auszumachen, da jeder Song ein Highlight ist. Anspieltipps: ‘Drunk On Aluminium’, ‘Weighty Ghost’, ‘Oblivion’ und ‘Archaeologists’