(Eyeball / Cargo) AN ALBATROSS die Dritte! Nach „We Are The Lazer Viking“ und „Blessphemy“ nun nach ca. zwei Jahren endlich der dritte Streich. Auch wenn es sich bei dem Bandnamen um den bekannten Vogel handelt, hat es doch nichts mit Bernhard und Bianca, der so genannten Mäusepolizei zu tun. Ganz im Gegenteil, bei „The An Albatross Family Album“ handelt es sich nur bedingt um familientaugliche Kost, die man gemeinsam z.B. unter dem Christbaum konsumieren sollte. Hier werden 30 Minuten harter Stoff auf Silberscheibe gebannt. Die einzige Parallele, die man hier zu Weihnachten ziehen könnte, wäre der Slogan „Knüppel aus dem Sack!“. Der kreative Output der Jungs aus New Jersey ist enorm hoch, auch wenn es von vereinzelten Personen wahrscheinlich erst nach mehrmaligem Hören wahrgenommen wird. Als roter Faden durch die einzelnen Songs kann man die Hammond-Orgel bezeichnen. Ungewöhnlich in dieser Sparte Musik. Chaos-Math-Post-Hardcore meets Hammond-Orgel. Ungewöhnlich, aber der Mix ist äußerst interessant und hebt AN ALBATROSS somit vom Rest gleichnamiger Musikmachender deutlich ab. Musikalisch geht es trotzdem durchweg hart zur Sache. Sänger, oder besser, Screamer Eddie B. Gieda macht auf gesamter Albumlänge ohne Gnade keine Gefangenen. Da hätte eventuell die eine oder andere Gesangslinie noch zu etwas mehr Abwechslung führen können, da es nach mehrmaligem Hören - wenn man bei der Instrumentierung immer wieder neue Sachen entdeckt - im Gesangsbereich leider immer mehr Stagnation empfindet. Man muss aber schon in der Stimmung sein, um sich komplett durchblasen zu lassen. Und auch auf die Gefahr hin, dass man am Ende nur noch sehr verstört dreinblickt, genau das scheint das Ziel der sechs Jungs zu sein. Somit haben sie ihr Klassenziel erreicht. Die volle Dröhnung, um vom Weihnachtsgesäusel wieder herunter zu kommen. Stille Nacht klingt deutlich anders und AN ALBATROSS sind der Schneesturm der durch diese Stille mit einem 30-Minuten-Orkan hindurchfegt.