(Epitaph / SPV) Frank Iero ... sollte einem doch bekannt vorkommen, dieser Name? Jawoll, hauptberuflich ist der Mann bei keinen geringeren als My Chemical Romance unter Vertrag. Aber es gibt ja bei fast allen jungen Leuten den Trend zum Nebenjob oder sogar Zweit- oder Drittjob. Obwohl Herr Iero ja nun bekanntlich nicht am Hungertuch nagen muss, somit der Nebenjob nicht zwingend den Zubrotverdienst als oberste Priorität hat. Nein, hier geht es um Dampf ablassen! LEATHERMOUTH sind alles andere als die emo-gestylten und fein gekleideten Jungs. „XO“ führt uns deutlich vor Augen, dass auch der netteste junge Mann mal die Sau rauslassen muss! Herr Iero tut es nicht vielen anderen gleich, die in ihrer Freizeit noch ruhigere Töne anschlagen müssen. Hier wird kein Akustik-Album in Country-Manier vorgeschoben. Hier wird gekotzt bis zum Morgengrauen, die Faust in den Himmel gereckt. Hier werden Felle gedroschen, Saiten auf Dauergedresche und echten Männerschweiß getestet. Stakkato-Riffs und Breaks dominieren auf „XO“. Zuckerwatte und Pom Pom's sind hier fehl am Platz. Hier geht es nach vorne in den Pit zum Pogo. Mauern einreißen. Wollt ihr kleine Emo-Kids ärgern, die bei dem Namen Iero an die Musik der Hauptband denken und LEATHERMOUTH nicht kennen, spielt sie ihnen vor und sie werden sich nicht mehr mit Rasierklingen ritzen, sondern mit Kettensägen ganze Körperteile abtrennen wollen. O.K., Spaß beiseite. Hier herrscht wirklich derbstes Gedresche, mit leicht erkennbaren Melodieanteilen. Diese sind aber wirklich äußerst gut verpackt in schnelle Punk- und Hardcore-Riffattacken und Vocals, die sich erst nach genauerem Hinhören identifizieren lassen, da sie dermaßen 'rausgerotzt werden, wie man es nur von Schweinen vor der Schlachtbank kennt. Aber das Ganze funktioniert äußerst gut und hätte man jetzt nicht dauernd auf dem Namen Iero herumgeflötet, wäre diese Rezi um einiges kürzer. Und genau das ist auch das einzige Manko dieser Scheibe. Sage und schreibe nur ca. 25 min Spielzeit hat dieser Silberling. Schade. Aber was gesagt werden muss, muss auch mal zügig und schnell, kurz und knapp, präzise auf den Punkt kommend gehalten werden. Gut! Wer United Nations, Discharge, Norma Jean, Converge, Black Flag, etc. mag, kann hier mal ein Ohr riskieren und reinlauschen. Aber wer sich jetzt immer noch anhand des Namens einen Rückschluss auf die Musik von My Chemical Romance erhofft, dem sei dringendst von „XO“ abgeraten! Album-VÖ: 23.01.2009