(Scoop Music / Rough Trade) Im Frühsommer 2004 hörte ich zum erstmals einen Song von BOSSE. Es war auf der Autobahn A7 Richtung Norden, die Sonne schien und ‚Kraft’ lief als Promo-Single in meinem Radio. Es dauerte nur Sekunden und der Volume-Regler war am Anschlag, meine Ohren weit offen und ich hatte das Gefühl, gerade bei etwas sehr Bedeutendem dabei zu sein. Seit dieses kleinen Augenblicks sind jetzt fast fünf Jahre vergangen. Auf der Haben-Seite der Band stehen zwei Alben („Kamikazeherz“ & „Guten Morgen Spinner“), gefeierte Auftritte (u.a. bei Rock am Ring oder im Vorprogramm von Mando Diao), sowie ein längerer Zeitraum, in dem sich Axel BOSSE allein und nur mit der Gitarre unter dem Arm in die Herzen seiner Zuhörer spielte. Auf der Soll-Seite prangt hingegen der Verlust des Major-Deals und Schelte mit der Musikpresse. Album Nummer 3 heißt "Taxi" und setzt die Uhren auf Null. Trotz des Neuanfangs sind zwölf Songs die logische Fortsetzung des Schaffens von Herrn BOSSE. Oder anders: Eine emotionale Mischung aus den beiden ersten Alben sowie aller „Solo & Unplugged"-Experimente. Ganz wichtig und unverzichtbarer Tipp: Dieses Album wünscht sich Zuwendung und mehrmaliges Hören - es will hinterfragt werden, antwortet aber auch irgendwann. Die Fahrt mit diesem "Taxi" lohnt sich auf jeden Fall. Ein überaus positives Album, mit intelligenten Texten über das Auf und Ab im Leben. Über Menschen, die kommen, gehen und über die, an denen man festhalten möchte. „Taxi“ handelt von Liebe, Freundschaft und Gefühlen. "Mädchen-Musik" könnte man leichtfertig sagen; stimmt auch zum Teil. Denn es ist kein durch Testosteron geformtes Werk, das erst bei 2 Promille Spaß und Sinn macht. Nein! Intelligente Texte auf einem Album für die oft zitierte einsame Insel. Album VÖ: 06.02.2009