(Vertigo / Universal) Die gleichnamige Single zum neuen Album, die im Vorfeld als Gratis-Download zur Verfügung gestellt wurde, kündigte es bereits akustisch an: THE PRODIGY are back!!! Klar, ist ja auch das erste Lebenszeichen seit Jahren, also liegt das bei einem neuen Output ja auch auf der Hand. Nur zeugt eine der beiden gesprochenen Sätze des Instrumentals wirklich davon, dass sich hier (wie auf dem Vorgänger „Always Outnumbered, Never Outgunned“) nicht nur Liam Howlett austobt. Nein, der Satz „We are THE PRODIGY“ macht deutlich: Hier lärmen wieder Keith (oder „Keef“, wie er laut Booklet nun zu heißen scheint) Flint, Maxim UND Liam Howlett! Und das als unkaputtbare Einheit! Neben dem wirklich stylishen Cover-Artwork kann man sich vor dem ersten Hören auch über einen kleinen Aufkleber freuen, der sich am oberen rechten Rand befindet. „11 new tracks full of electric dance / punk, noise and power“. Yes!!! Ich war durch das Abo des englischen Kerrang!-Magazins schon etwas besser informiert und wusste, dass THE PRODIGY heuer live wieder absolut überzeugend, tight und hungrig die Bühnenbretter rocken. Auch die neuen Songs wurden von den Fans mit offenen Armen aufgenommen. Als dann auch die erste (grandiose) Single ‚Omen’ veröffentlicht wurde, war letztlich klar. Das sind THE PRODIGY, die wir in dieser musikalischen Form auf Silberscheibe zuletzt im Jahre 1998 vernehmen durften. In diesem Jahr erschien nämlich „The Fat Of The Land“ und löste die bekannte Revolution aus. THE PRODIGY headlineten die Festivals, denen bislang Rockbands vorstanden. theprodigy_pic01„Invaders Must Die“ vermittelt zwar natürlich nicht dieses wohlige und überraschende „Ohhhh“-Gefühl, etwas gänzlich Neues, Großes und Wichtiges zu hören, wie seinerzeit bei Songs wie ‚Breathe’, ‚Firestarter’ und Co., die neuen Songs landen aber 2009 stilistisch alle wieder in der Kerbe, die THE PRODIGY 1998 schlugen und die seitdem keiner mehr so tief treiben konnte. Will heißen….Das neue Material ist genau das, was man sich in seinen wildesten Träumen gewünscht hatte! Die Stücke knallen einfach nur absolut subversiv und frisch aus den Boxen, als hätte es die letzten Jahre nicht gegeben und THE PRODIGY hätten nach dem Abschluss von „The Fat Of The Land“ eine Zeitmaschine bestiegen. Sie tun 11 Jahre nach ihrem Meilenstein nämlich genau das, was sie am besten können. Oldschool-Rave mit einer ordentlichen Portion Rock und einem guten Schuss Punk zu paaren. Und das Ganze mit dem nötigen Drive der Neuzeit anzureichern. 40 Minuten lang gibt es umblasende Sounds, Beats, Gefiepe, wuchtige Basslines, bratende Gitarren, eingestreute Vocals, die wie Kampfansagen anmuten ("I hear thunder, but there’s no rain, this kind of thunder break walls and window pane“ aus ‚Thunder’, der an den Klassiker ‚Out Of Space’ erinnert), bis die Membranen schmerzen und es der Arsch nicht mehr auf dem Polster aushält. On top gibt es dann noch Dave Grohl (u.a. bei ‚Run With The Wolves’, der sich der Band bzgl. einiger Drum-Spuren angeboten hatte). Juchu! 😉 Der Druck und die Vehemenz, mit der das Material auf „Invaders Must Die“ loslegt, verführt so unmenschlich zum Abspacken wie kein weiteres Album in den letzten Jahren. Und der Sound ist dabei so übermenschlich dick und krachig, dass man von einem Ohr zum anderen grinst! Bands wie Pendulum waren ein okayer Zeitvertreib, doch nun sind die „Daddys“ zurück und zeigen über zehn Jahre nach ihrem Zenith, dass sie immer noch genug Motorkraft für steile Bergfahrten unter der Haube haben. Wenn das so weitergeht, werden wir von THE PRODIGY wohl auch keine Abfahrten mehr ins Tal der Mittelmäßigkeit erleben! Album-VÖ: 20.02.2009