(GMR Music Group / Neo) Frauen und Rockmusik sind ja nicht immer vorurteilsfrei. Manch einer behauptet ja noch immer, dass Frauen nicht rocken können. Dass es mittlerweile tonnenweise Silberscheiben gibt, die dieses, nennen wir es mal “Gerücht”, widerlegen, bestätigen heuer die vier Damen von CRUCIFIED BARBARA. Heißt eigentlich eine der vier, auch noch wahnsinnig gut aussehenden, Grazien, BARBARA? Egal. Formiert hat sich das Quartett auch schon um 1995. Von daher kann man hier auch nicht sagen, dass es sich um Neulinge handelt. Jedenfalls zogen ein paar Jahre ins Land und 2004 veröffentlichten sie ihre erste Single: “Losing The Game”. Genau diese Single wurde in ihrer schwedischen Heimat auch gleich mal eben eine Top Ten-Single. Macht sich nicht nur auf dem Papier gut, sondern klingt auch noch gut, was sie da musikalisch abgeliefert haben. Ihr Debüt “In Distortion We Trust” erschien dann im Januar 2005, wurde 2006 nochmals re-released und nun steht endlich ihr Nachfolger „'Til Death Do Us Party“ ins Haus. Gut Ding will Weile haben. Hierzulande sind die vier BARBARAs auch noch nicht so bekannt wie in skandinavischen Gefilden, aber das sollte sich mit „'Til Death Do Us Party“ doch ändern. Der Titel des Albums ist Programm. Heavy Hard Rock Kracher. Wer sich dies nicht nur ins Ohr, sondern auch mal vor's Auge führen möchte, sollte sich unbedingt das Video zur Single 'Sex Action' anschauen, welches Sound und Style der Mädels repräsentiert. Erinnert doch an Sleazekapellen aus den 80ern (auch der Titel dieser Single lässt doch an L.A. Guns erinnern – oder?). crucifiedbarbara-bandUnd auch ihre nasty names sind geradezu an diese Zeit angelehnt: Mia Coldheart, Klara Force, Ida Evileye und Nicki Wicked. Kann man jetzt klischeekitschig finden aber auch wieder programmatisch unterstreichend zu ihrem Gesamtbild passend, besser treffend. Auf „'Til Death Do Us Party“ attestieren sie ihre Rockqualitäten, die sie mit ihrem Debüt schon angeschnitten, aber noch nicht ganz ausgefeilt haben. Hier wird der Härtegrad, mit dem sie zu Werke gehen noch mal unterstrichen und im Gegensatz zum Debüt noch eine Latte höher gelegt. Einzige Ausnahme ist die Ballade 'Jennyfer', die ich persönlich als überflüssig bezeichne, ansonsten überzeugen Rocker wie das eingangs erwähnte ‚Sex Action’ oder auch ‚Rats’ und ‚Killer On His Knees’, die auch als Anspieltipps aussagekräftigst sind. Sehr gute sleazy Hardrock-Feierscheibe, die zum Mitwippen und dank eingängiger Songs auch zum Mitsingen animiert. Eine gute klassische und auf das Musikkorsett abgestimmte Produktion runden das „'Til Death Do Us Party“-Paket ab. Beide Daumen hoch und das ohne auf das “äußerst” gute Aussehen des schwedischen Quartetts einzugehen ... aber jetzt hab ich das ja auch noch schnell erwähnt. Album-VÖ: 27.02.2009