28.02. Hamburg, Logo Kaum zu glauben, dass die Amis FIVE FINGER DEATH PUNCH hier schon so ein großes Following haben, erschien das Debüt in unseren Breitengraden doch erst vor kurzem. Da müssen viele Myspace Jünger wohl schon vorher auf das 2007 in Amiland erschienene Debüt-Album gestoßen sein, wie sonst kommt es während der Show zu so vielen Singalongs des Publikums? Da auch nahezu jeder vierte ein neues Band-T-Shirt trug, dürfte sich der Abend auch für die Musiker gelohnt haben. Doch der Reihe nach. Den unterhaltsamen Abend eröffneten M.A.N aus Schweden. Die Truppe um den sympathischen Tausendsassa Tony Jelencovich, der seine Stimmbänder schon für B-Thong, Transport League, C-187 und zwischenzeitlich auch Mnemic extrem belastete, spielte energiegeladen auf und wurde von den knapp 200 Anwesenden mehr als wohlwollend aufgenommen. Der Frontmann hatte die Menge gut im Griff und wusste mit seinem Phil Anselmo-mäßigen Timbre zu gefallen.
M.A.N-Live 28.02.09 Hamburh Logo

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Herausragend war neben der tighten Rhythmusfraktion das außergewöhnliche Gitarrenspiel von Klampfer Robert Gustavsson, der nie zuvor gesehene Gitarren präsentierte und diesen ein extrem breites Klangvolumen entlockte, dass selbst Meshuggah und Korn auf die Plätze verweist. Neben einer Klampfe, die direkt aus einem dicken Ast geschnitzt zu sein schien, da der Gurt noch als Astgabel erkennbar war, war ein 12-Saiter, der an eine Balalaika erinnerte, nicht nur der Hingucker schlechthin. Selten so einen virtuosen Herrn über den Saiten gesehen. Die Schweden spielten eine Auswahl aus Songs ihrer beiden bisherigen Platten, wobei das Debüt hier bislang noch nicht erschienen ist.
FFDP-Live 28.02.09 Hamburg Logo

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Nach der Umbaupause wurde allerdings unmissverständlich klar, wegen wem die Anwesenden hier waren. Ab der ersten Sekunde wurde die fünfköpfige Truppe gefeiert, wie man es selten bei den zurückhaltenden Norddeutschen sieht. Bandleader / Gitarist Zoltan Bathory hat eine Gruppe hervorragender Mucker um sich versammelt, die von Stimmwunder Ivan Moody angeführt wurden, der leider stimmlich nicht seinen besten Tag erwischt hatte und die cleanen Passagen etwas knödelnd herausquetschte. Ansonsten lieferten die Amis einen soliden Gig, der sich natürlich nur auf die Songs des Debüts beschränken konnte. Obwohl hier nicht jeder Song ein Hit ist, fraß ihnen die Menge aus der Hand und es kam zu einer Menge Action im Pit. Als die fünf verschwitzten Mucker die Bühne verließen, wurden sie für eine Zugabe zurückapplaudiert. Mit der überragenden Single ‚The Bleeding’ wurde der kurzweilige Abend gelungen abgeschlossen! (Alle Fotos von Pierre)