(Columbia Berlin / Sony Music Entertainment) Was bleibt, sind Freundschaft und Irrsinn Es brennt? Was brennt? SCHULZ gibt Antwort und sagt: „das Herz, die Liebe, die Wut und natürlich auch der unbeschreibliche Irrsinn, den man in sich trägt“. Auch ohne die Unterstützung vom Hund Marie (Max Schröder), der nun Vollzeit bei Tomte trommelt, singt sich SCHULZ auf „Es Brennt So Schön“ durch die Themen des Lebens. Auf was kann man sich verlassen, wenn die Gesellschaft zum Scheitern verurteilt ist und die Frau des Lebens einen verlassen hat? Richtig: Freundschaft und Irrsinn, und davon kann man auch in der deutschen Indie-Szene nie genug haben. Also immer gerne her mit dem neuen Soundtrack! Das OLLI SCHULZ viele musikalische Seiten hat, hatte er ja auch schon vorher zu Genüge bewiesen: stilsicher und mit Wortwitz von Countrymusik zur Westernhagen-Imitation und zurück zur klassischen Melancholie des deutschen Indie. Das neueste Album wurde in zwei Sessions zwischen Berlin und in Hamburg aufgeteilt. Das hört man der Platte auch deutlich an: im ersten Teil schreddern Gitarren und Bass reduziert vor sich hin, ohne Schnörkelkram. Rockt, gut is‘. Manchmal klingt es fast nach NDW. Aber traurig ist der Herr SCHULZ, da im ersten Teil, und auch ein bisschen weise: „Du bist so lange einsam, bis du lernst allein zu sein.“ Der zweite Teil klingt vertrauter, nach altem SCHULZ-Sound: mehr Akustik hier, ein bisschen Banjo da, mit Schwerpunkt auf Text und Gesang . Aber fröhlicher wird’s auch hier nicht wirklich. Die große Ausnahme ist natürlich die „neue Nationalhymne für Deutschland“ (SCHULZ): ‚Mach den Bibo’. Ob es ein Geniestreich oder ein Fauxpas von SCHULZ war, sich mit der ersten Single des Albums beim Bundesvision Song Contest von Klamauk-König Stefan Raab dem deutschen Durchschnittsfernsehen zu stellen, darüber mag man geteilter Meinung sein. Immerhin gab’s dafür ja Platz 5, was Hoffnung aufkeimen lässt, dass unsere Nation musikalisch nicht völlig debil ist. Das Video zum Song, mit Bela B. und passendem Tanz, ist in jedem Fall genial, genau wie der Song selbst - OLLI at his best, mit dem Aufruf: Mut zum Blödsinn. Bei der nächsten schlechten Party einfach den Bibo tanzen! Auch der Rest des Albums lohnt sich zu hören, auch wenn man auf Klamauksongs à la ‚Backstage, Baby’ verzichten muss. Wer will es dem Herrn SCHULZ vergönnen, dass er sich auch mal den ernsteren Gefühlen im Leben widmet?! Album-VÖ: 13.03.2009