17.03.2009 Hamburg, Grünspan So leer der Kiez um diese frühe Uhrzeit (ca. 20:00 Uhr unter der Woche) noch ist, haben sich in Hamburgs Grünspan doch eine ordentliche Anzahl Metalheads eingefunden. Drei großartige Acts sollten sie an diesem Abend für ihr Erscheinen auch nicht enttäuschen. k-dscf0020Die Anheizer-Rolle bei dieser Tour übernehmen die jungen Bengels von GWEN STACY. Mit ihrem Debüt haben sie schon in den Staaten für ordentlich Furore gesorgt. Das Soundgewand passt von Anfang an und das Dargebotene überzeugt die Masse von der ersten bis zur letzten Minute. Als hätten die Jungs nie etwas anderes gemacht, stimmt die Symbiose aus Stageacting, Präzision und Energie auf den Punkt. Die Shouts wirken kraftvoll und der cleane Gesang klar definiert. Gerade bei den jungen Mädels diesen Abends, haben GWEN STACY ordentlich gepunktet. k-dscf0050Das Debütalbum von POISON THE WELL dagegen, ist schon einige Jahre her. Die Stage wird nun von Unbekümmertheit in Routine verwandelt. Und das auf eine mehr als beeindruckende Weise. In Deutschland lange abstinent, macht der Fünfer den Eindruck, die ganze Energie auf einmal entladen zu wollen. Die soundtechnische Druckwelle von der Bühne ist gewaltig und bläst Hamburg eine steife Brise Core ins Gemächt. Das Publikum ist trotz dieses Orkans sattelfest und feiert ihre Helden standesgemäß mit etlichen Moshpits. Überwiegend ältere Songs fanden in diesem Set ihre Anwendung, was Sänger Jeffrey Moreira auch sehr zugute kam. Schwierig zu toppen sollte man meinen. Doch es funktioniert tatsächlich. Das Grünspan sollte an diesem Abend noch den ultimativen Höhepunkt erleben. 36 CRAZYFISTS aus Alaska haben sich in den letzten Jahren eine ordentliche Fangemeinde in Deutschland erspielt. Und so sollte nach dem Orkan von POISON THE WELL nun ein Erdbeben der Stärke 10 Hamburg erschüttern. Mit perfektem Acting und fulminantem Sound ballern die „36 verrückten Fäuste“ alles weg, was ihnen vor die Flinte kommt. Ein Hit jagt den nächsten. Songs wie ‚Bloodwork’, ‚The End Of August’, ‚Destroy The Map’ und die spätere Zugabe ‚Slit Wrist Theory’ werden vom Publikum lauthals mitgesungen und abgefeiert, als gäbe es keinen Morgen danach. k-dscf0113Die Crowdsurfer mehren sich und zeigen so, welche Energien sie in die Höhen treibt.  Apropos Gesang. Dieser ist an diesem Abend die absolute Krönung. Frontmann Brocks Stimme ist in Höchstform und kann präziser und facettenreicher nicht sein. Beim Drumming hatte man allerdings ein bisschen das Gefühl, Schlagwerker Thomas Noonan will heute etwas schneller fertig sein. Das Tempo der Songs war doch etwas angezogener als sonst. Dieser kleine Kritikpunkt hatte aber auf diesen insgesamt großartigen Abend keinerlei Einfluss und so wurden viele schwitzende und vor allem glückliche Hamburger (und nicht zu vergessen die vier Autos aus dem Raum Hildesheim-Einbeck-Sarstedt-Hannover! – Zosse) in die kalte Märznacht entlassen. (Alle Fotos von Pierre)