(Bitzcore / Soulfood) Mit Labels ist es ja immer so eine Sache, meistens ziemlich genau das, was man erwartet. Und bei Bitzcore ist es für manche Leute, wie z.B. auch bei mir, wie bei einer Bank: ohhhhh, scheiße, natürlich nur in NICHT-finanzkriseligen Tagen – man weiß, was man bekommt. Und wenn man Qualität erwartet, geht man dort hin, wo man weiß, dass man eben diese Qualität auch bekommt. Somit habe ich jetzt hoffentlich klar gemacht, schon in diesem tollen Einleitungssatz, was uns hier erwartet: Qualität. Und wie im Falle SIXXXTEN sogar sehr gute Qualität, made in Germany und zwar handgemacht. Gut, auch wenn es in einer Zeile einer bekannteren deutschen Band mal hieß: “... ich scheiß auf deutsche Texte...”, bei SIXXXTEN sollte man nun mal nicht “ 'drauf scheißen”, denn die sind in diesem Fall äußerst gut und besonders. Hat man ja nicht so oft. Natürlich ist dies nur meine Meinung und nicht jeder kann mit dem Wortwitz von Frontmann Sixten etwas anfangen. Wenn er z.B. teils wieder “verdeutschtes englisch” (geiler Satz – oder? aber wie sollte ich das jetzt beschreiben? gibt es dafür schon ein Wort? oder besser: deutsche Anglizismen???? wer das weiß, mailt bitte dem Zosse!) (wieso mir? 😉 – Zosse) in seinen Texten einbaut. Nennen wir es zeitgemäß und rotzig aber auch ironisch zu dem ganzen “hiphopstreetgesabbel”. Ich habe auch schon so einen Kommentar gelesen, von wegen “...kann man machen, muss man aber nicht!”. Und da sag ich doch lieber “...scheiß auf solche Sätze!”. Denn wenn wir alle so denken würden, muss man ja gar nichts mehr machen! Wo fängt denn Rock an und wo hört Spaß auf? Siehste! Weiß keiner! Kann man nicht definieren, soll man auch bloß nicht mit anfangen. Zudem – also dem textlichen - kommt dieses herrliche Frontcover (ich bin auch schon gespannt auf das Innenleben!). Erinnert die Jacke doch ein wenig an „Dorfpunks“ in blood (was da wohl auf der Rückseite der Mopedoberkörpermontur zu sehen ist????) - einfach stilsicher, um nicht sogar stylisch zu sagen. Und dazu noch die geilen Bandfotos (besonders die oben ohne und aber mit Kippe, das RRRockt). Nun genug zum schwarzen auf weiß und dem teilweise ebenso schwarzweißen, wie auch farbigen Bildmaterial. sixxxten-pic03Texten wir auch mal ein wenig über das was uns durch die Boxen nach einlegen von „Jugend Violencia“ über unsere Lauschlappen zum Hirn durchdringt. Gleich der Opener 'On Top' lässt für mich nur einen Rückschluss deutlich werden: GENAU DAS habe ich erwartet. Geradlinigen, schnörkellosen 1A- Sleaze'N'Punk'N'Rock'N'Roll. Aufgepimpt - um mal ein wenig sexy Flair mit ins Gespräch einfließen zu lassen - durch ein paar Elektroeinlagen, die aber mehr verfeinernd, denn störend wirken. So sollte ein Debüt doch sein, nicht für gut befunden, sondern für zeitlos rockig abgestempelt. Hier wird sich nicht an Trends orientiert, hier wird sich aus allen Rockdekaden bedient und stimmig zu einer eigenen Einheit für die Nachwelt vervielfältigt. Das Ganze lässt mich gerade vor Verzückung zucken. jaja, da spielt mein Tanzbein voll verrückt! und das Verrückte daran ist: ich tanze nie! bin ich froh, dass ich grad mal allein in meiner Bude und auf dem dazugehörigen Sofa den besseren Pete Townshend abgebe. Ja ich höre Mötley Crüe, Poison, Devo, Kiss, AC/DC, Pantera, Backyard Babies, Olli Schulz, Die Sterne, Muff Potter, The Bronx, Rocko Schamoni, Heinz Strunk, Smoke Blow, Deichkind. Jetzt könnte man noch einige mehr auflisten, aber es trifft ungefähr genau diese Schnittmenge und dann voll ins Schwarze. Gut gemacht. Zu welchem Anteil, in welchem Song ist unterschiedlich aber immer unheimlich interessant und rotzfrechrockig gitarrenoberamtlich rausgerockt. Anstatt “Hut Ab!” sage ich jetzt mal, dass hier nicht Scheiße in goldenes Papier gewickelt wurde, sondern dass hier ein scheißendgeiler Haufen Rockklumpen aus Gold liegt. Bitte kaufen, nicht saugen! Album-VÖ: 08.05.2009