(Drakkar) Oh je, melodischer Death Metal, mit deutschen Texten und dann auch noch Eisregen als Referenz im Promoschreiben ... nicht unbedingt die besten Voraussetzungen für meinen Einstieg auf gestromt.de! Denkste. Denn rotiert AKREA's aktueller Silberling „Lebenslinie“ erstmal eifrig im Player, sieht die Welt schon wieder ganz anders aus. Melodischer Death-Metal – stimmt. Aber glücklicherweise nicht disco-kompatibel. Nein, hier haben wir’s noch mit gestandenen Metallerburschen zu tun. Die Melodeführung lässt Erinnerungen an seelige Tage erwachen, in denen In Flames noch das Geschlecht der Narren besangen (bitte mal ‚Rachsucht’ anhören – ganz, ganz großartig). Und selbst die kultigen Unanimated luken hier und da noch mal ums Eck. Kurz: Melodie und Brutalität halten sich gut die Waage. Der Geist des Death Metal ist allgegenwärtig. akrea-bandDie deutschen Texte fallen nicht negativ ins Gewicht. Auf Promille-Erprobte Mitgröhlreime wird glücklicherweise verzichtet (wobei ‚Tribock’ sicher den einen oder anderen zum Mitsingen ermuntern wird). Sänger Sebi variiert heiseres Gekreische und tiefe Grunts. Saitenhexer und Songschreiber Fabian verspricht „eine Reise, in der er zwischen den Abgründen der Hölle und einer freudvollen, bunten Märchenlandschaft wandert.“. Und das kann man eigentlich gut so stehen lassen. Der Vergleich mit Eisregen – erschließt sich mir nicht. Ich sehe da eher eine gewisse Tendenz gen Schweden und das meine ich hier absolut positiv. Noch ein paar Worte zur Produktion. Sauber. Präzise. Produziert von Victor Bullok alias V. Santura (Ex-Celtic Frost, Dark Fortress). Das muss reichen. Leider kommt die Promo-CD ohne Booklet. Der Myspace-Seite der Band (http://www.myspace.com/akreametal) nach zu urteilen, macht aber auch das Artwork ordentlich was her. Ok, dann ziehen wir mal ein Fazit: Meine Bedenken wurden restlos zerstreut. Vielmehr ist Drakkar mit der Verpflichtung des bayrischen Quintetts ein echter Glücksgriff gelungen ... denn in meinen Augen gibt es keinen Grund, warum AKREA mit „Lebenslinie“ nicht ganz dick durchstarten sollten. Wer auch nur entfernt etwas mit melodischen, aber trotzdem brutalen Todesblei-Sounds anfangen kann, der MUSS hier quasi zugreifen. Also ab in den Plattenladen des Vertrauens (ok, das wird hier in Hildesheim schwierig) oder schnell zum bevorzugten Online-Händler gesurft und ab mit „Lebenslinie“ in den Warenkorb. Album-VÖ: 24.04.2009