(Roadrunner Records)
Drei lange Jahre hat es gedauert, bis ALEXISONFIRE mit ihrem neuen Album „Old Crows / Young Cardinals“ Trennungsgerüchte zerschmettern konnten. Mit altem Produzent und neuem Label sind die alten „Krähen“ des so schnelllebigen Screamo / Hardcore-Genres in neuem Gewand wieder aufgetaucht. Wohl nicht ganz unabsichtlich als selbsttitulierte, neue „Kardinäle“, welcher schlicht auf dem neuen Albumcover zu sehen ist. Diese feuerroten, prächtig anmutenden Singvögel sind für ihren extrem variablen Gesang bekannt, beginnend mit kräftigen Pfeif- und Flötentönen, wechselnd zu einer schnellen, manchmal leise ausklingenden Tonfolge.
Metaphorisch gesehen mehr als passend für die erste, offensichtliche Veränderung. Wo früher George Pettit und Dallas Green im Vordergrund standen, hat nun Wade McNeil eine sehr viel größere Rolle im Gesang eingenommen. Damit hat er, der vor ALEXISONFIRE in einer Punkband spielte, wohl nicht ganz unwesentlichen Einfluss auf den jetzt stärkeren Punk-Touch genommen. Dennoch bleibt der zarte, leise Ausklang beim begnadeten Mr. Green, welcher auch auf dem deutlich aggressiveren, neuen Album noch Platz für zwei Balladen gefunden hat. ‚The Northern’ ist ein Glanzstück in Kombination mit seiner fast engelsgleichen Stimme, unterlegt mit so wundervoll gesungenen Halleluja-Chören, das man fast zum Christentum konvertieren mag. Eine Pause die man durchaus benötigt.
Kennt man die Vorgänger, so wirkt „Old Crows / Young Cardinals“ weder so melodiös und anmutend wie „Crisis“, noch so progressiv und dynamisch wie „Watch Out“ und das Debüt. Alles ist eingängiger und dennoch fordernder geworden. George Pettit selbst stellt fest, dass es das beste Album ist, das sie bisher produziert haben. Er könnte recht haben, schließlich sind wahre Hymnen wie ‚Heading For The Sun’ oder die erste Single ‚Young Cardinals’ entstanden, die mitreißend wie eh und je sind. Selbst nach stundenlangem Hören verspürt man nicht den Hauch von Langeweile.
Die Texte sind nach wie vor sozialkritisch aber auch positiver. In diesem Album besingen ALEXISONFIRE zu Beginn ihre Wiedergeburt sowie im letzten Song ihr Begräbnis. „It is the culmination of the history of our band“- George Pettit.
Ein Album, das erschrecken und positiv überraschen kann, vor allem aber auch Zeit braucht. Es bleibt alles beim Alten und trotzdem ist vieles neu. ALEXISONFIRE bleiben jedoch bei jeder „Straightness“ einzigartig und unberechenbar.
Album-VÖ: 19.06.2009

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