new-found-glory-bandIm Rahmen ihrer kurzen Deutschlandtour mit Auftritten in Berlin und Hamburg, sowie auf dem Rock am Ring Festival, hatten wir die Gelegenheit, Drummer Cyrus von den Pop/Punk-Heroen NEW FOUND GLORY im Hamburger Knust vor ihrem Auftritt ein paar Fragen zu stellen, bevor sie eine wirklich mitreißende Show spielen sollten.

Hallo Cyrus, wie war eure Show in Berlin gestern?

C: Oh es war super, hat viel Spaß gemacht, war ein toller Club.

Diese Woche spielt ihr auf dem Rock am Ring Festival, das größte Festival Deutschlands. Seid ihr das erste Mal dort?

C: Nein es ist das zweite Mal, wir haben vor einigen Jahren dort schon einmal gespielt, wahrscheinlich vor sechs Jahren. Wir waren überrascht, wie groß es war und haben nur auf einer kleineren Bühne gespielt. Es war ein bisschen seltsam für uns, da die Bands, die vor und nach uns gespielt haben, sehr Heavy Metal-lastig waren und wir eindeutig anders klingen. Es war also ein bisschen merkwürdig, hat aber Spaß gemacht, ich denke wir werden dieses Mal auf einer größeren Bühne spielen.

Kannst du uns etwas über eure Eindrücke vom Touren in Deutschland und Europa berichten?

C: Ich habe schon immer gerne hier in Deutschland gespielt, Deutschland ist ja ein sehr großes Land und wir spielen in vielen verschiedenen Städten und die Kids kommen immer wieder zu den Shows und bringen beim nächsten Mal ihre Freunde mit, und das ist super, weil es uns ermöglicht, weiterzumachen.

Gibt es spezielle Unterschiede zwischen Auftritten in Europa und den USA?

C: Oh ja es ist eindeutig etwas anderes. Ich denke, im Allgemeinen ist es außerhalb Amerikas so, dass die Fans nicht so vieles für selbstverständlich halten wie in den USA, wo so viele verschiedene Shows stattfinden und viele Leute einfach nicht mehr hingehen. Wenn wir im Gegensatz dazu nach Deutschland kommen, wissen wir, wenn die Fans uns sehen wollen, tun sie alles dafür, manche Gesichter sieht man auf jeder Show hier in Deutschland. Die Shows können ganz schön verrückt sein hier. Wir finden das super.

Ihr wart kürzlich auf Tour in den USA mit Set Your Goals, Bayside und Verse…

C: Um genau zu sein waren Verse nicht dabei, da sie sich leider vorher aufgelöst haben.

Wie sehr habt ihr Einfluss auf die Auswahl eurer Vorbands?

C: Das ist etwas, was wir als Band entscheiden und darauf auch sehr großen Wert legen. Wir achten sehr darauf, das wir die lange Zeit, die man auf Tour zusammen verbringt, mit Freunden unterwegs ist, wie es z. B. Bayside für uns sind, die ja auch hier in Europa dabei sind, das ist eine tolle Sache für uns.

Mit welchen anderen Bands seid ihr befreundet?

C: Da gibt es unzählige, wir haben ja schon viele große Festivals wie die Warped Tour mit sechzig anderen Bands, oder kürzlich ein Festival in Australien mit fünfzig anderen Bands gespielt, die Hälfte dieser Bands kennen und schätzen wir schon lange.

new-found-glory-florianOkay, reden wir etwas über eure neue CD. Welche persönlichen Erfahrungen und Einflüsse haben euch und somit auch die neue CD geformt?

C: Ich denke alles was in unseren Leben passiert formte die Cd aber den größten Einfluss hatte wohl die Tatsache, das die Band ein Major Label verlassen hat und wir auf der Suche nach einem neuen Epitaph gefunden haben, was uns mehr Unabhängigkeit garantierte. Davor hatten wir viele andere Dinge im Kopf, haben ein zweites Coveralbum gemacht, „From The Screen To Your Stereo Part 2“, eine Hardcore-Scheibe über Bridge 9 Records veröffentlicht und so weiter. Als wir danach dann bei Epitaph gelandet sind, waren wir sehr froh, ein neues Album machen zu können, mit Leuten die uns verstehen und so konnten wir die Platte so machen wie wir sie wollten.

Welchen Einfluss hatte euer Produzent Mark Hoppus auf die Scheibe?

C: Einer der wichtigsten Punkte war für uns einer, der gar nichts mit Musik zu tun hatte, sondern die Tatsache, dass wir mit ihm befreundet sind und uns wohl fühlten mit ihm zu arbeiten. Wir konnten viel Spaß haben und es war nicht so eine ernste Angelegenheit, wie es sonst im Studio sein kann. Außerdem ist er ein sehr guter Songwriter, der tolle Musik geschaffen hat, so dass er uns bei vielen Entscheidungen zur CD sehr gut beraten konnte.

Gab es einen Unterschied zu den Aufnahmen zu den anderen CDs?

C: Ja, es war unterschiedlich, wir haben in seinem Studio aufgenommen, was eine weitere tolle Sache war, das Gute daran war, das wir nicht bei jeder Kleinigkeit unsere Brieftaschen zücken mussten, sondern entspannt arbeiten konnten. Es hat allerdings etwas länger gedauert dieses Mal, da wir erst unsere Songs in ein paar Wochen aufgenommen hatten, die dann aber erst einige Wochen später gemixt werden konnten. Obwohl wir die ganze Zeit im Studio waren, hat es also länger gedauert als bei allen anderen CDs.

Auf eurer Myspace-Seite habe ich gelesen, das Brett Gurewitz von Bad Religion gesagt hat, ihr seid die beste Pop- Punk Band der Geschichte.

C: Das ist verrückt! (lacht).

Wie ist es von jemandem wie ihm supportet zu werden und Teil von Epitaph zu sein?

C :Es ist irre. Es gibt so viele Kids, die Epitaph kennen und um deren Bedeutung wissen, man denkt dann auch sofort an Bad Religion, wo Brett ja noch dabei ist und es ist eine großartige Sache für uns, dass er und sein Label uns unterstützen. Als wir anfingen, die Band zu gründen, haben wir bestimmt alle gehofft, einmal auf Epitaph veröffentlichen zu können und nun ist es wahr geworden, wir hätten das aber nie ernsthaft gedacht.

Als ihr die Band gestartet habt, war das eher zum Spaß oder habt ihr damals schon geplant einmal so erfolgreich zu werden?

C: Ich denke, niemand erwartet ernsthaft, wenn er anfängt, so erfolgreich zu werden, wir haben zum Spaß angefangen und wollten auf jeden Fall Live-Shows spielen können, das war immer das wichtigste, vor Leuten zu spielen und überall aufzutreten, wo es möglich war. Sieh mal, wir haben in Südflorida angefangen und jetzt sind wir hier auf der anderen Seite der Welt, das ist doch verrückt.

Was ist der beste und der schlechteste Teil eures Berufs?

C: Das mit Abstand Beste daran ist es, die Welt zu bereisen, die Shows zu spielen und mit der Musik seinen Lebensunterhalt bestreiten zu können, wenn es überhaupt etwas Schlechtes daran gibt, ist es die Tatsache, dass du immer von zu Hause weg bist. Es ist halt eine andere Art zu leben, da dein Zuhause nicht an einem festen Ort ist, aber ich denke eigentlich nicht, dass dies wirklich etwas Schlechtes ist.

Ihr habt seit eurer Bandgründung vor 12 Jahren nie die Mitglieder gewechselt. Habt ihr eine bestimmte Philosophie, die euch zusammen hält?

C: Ja ich denke, diese Tatsache ist ein wichtiger Teil von dem, was wir sind, ich denke, der Umstand, das wir uns alle erinnern können wie wir angefangen haben, vor fünf Leuten zu spielen und in einem winzigen Van herumgefahren sind, hilft uns sehr, dabei keine Probleme innerhalb der Band zu haben, oder wenn es welche gibt dann nur sehr kleine.

new-found-glory-danielWann hast du angefangen Musik zu machen und Drums zu spielen?

C: Ich habe schon sehr jung, mit vier oder fünf Jahren angefangen, Piano zu lernen, und als ich etwa Zwölf war, habe ich Gitarre zu spielen begonnen. Mit den Drums habe ich erst einige Jahre später angefangen, eigentlich gezwungenermaßen, da alle meine Freunde in der Schule, mit denen man eine Band gründen konnte, immer nur Gitarre spielen wollten. Vielleicht wollte auch mal einer singen, aber meistens doch alle nur Gitarre spielen. Man brauchte aber auch einen Bassisten und einen Drummer, und der andere Typ hat dann gesagt okay, ich spiele Bass, also musste ich Schlagzeug spielen weil ich nicht singen kann.

Wie findet der Songwriting-Prozess bei euch statt?

C: Der Prozess ist eigentlich fast immer der Gleiche, unser Gitarrist Chad schreibt den Großteil der Musik auf der Gitarre, und wenn wir uns dann zum Proben treffen, experimentieren wir damit zusammen und schauen was passiert. Danach haben wir eine Rohfassung des Songs und Steve, unserer anderer Gitarrist schreibt dann die Lyrics. Er setzt sich dann meist mit unserem Sänger Jordan zusammen und beide überlegen wie die Lyrics am Besten zu den Songs passen würden. Es ist sehr wichtig für uns diese Songs so zusammen zu entwickeln, damit wir alle eine Idee davon bekommen, wie sie klingen werden. Viele unserer Songs werden geschrieben, weil wir immer im Hinterkopf haben, wie sie wohl live rüberkommen werden und den Leuten gefallen und das die Kids auch mitsingen können.

Abschließend würden wir gerne wissen, was nach sechs Studioalben und 12 Jahren Bandbestehen für NEW FOUND GLORY die Zukunft bereithält.

C: Ich denke, das Wichtigste ist einfach weiterzumachen, zum Beispiel haben wir auf dieser Tour das erste Mal Auftritte in Spanien und Luxemburg, wir lernen also immer noch neue Länder kennen und das ist immer viel Spaß. Es ist einfach großartig zu sehen, dass die Leute immer noch zu unseren Shows kommen und uns sehen und hören wollen, ich hoffe das wenn ihr mich das nächste Mal interviewt, sind es zwölf Alben und zwanzig Jahre Bandgeschichte.

Das Interview führten Florian J. und Daniel am 03.06.2009 im Hamburger Knust! Das erste Trio-Foto zeigt rechts Interviewer Florian, das zweite Daniel. Mittig steht Cyrus, der Drummer!