(Roadrunner Records) Wenn eine Band ihr viertes (bzw. fünftes, wenn man die erste EP mitzählt) Album nach dem Bandnamen betitelt, hat das meist mit einem, wie auch immer gearteten Neuanfang zu tun. Bei KILLSWITCH ENGAGE sind gottlob keine Splits zu verzeichnen und so donnern die amerikanischen MetalCore-Pioniere in unveränderter Besetzung frisch drauflos. „Frisch“ dient gleichzeitig als Synonym für die neu gewonnene, mutige Herangehensweise an die Songs. Nach dem routinierten „As Daylight Dies“ war eine musikalische Wende dringend notwenig, wollte man nicht auf der Stelle treten. So wagten KILLSWITCH ENGAGE einen Neuanfang – und so viel sei vorab verraten: Die Risikofreude zahlt sich aus! Die Herren aus Westfield, Massaschusetts loten mit Produzenten-Ikone Brendan O`Brien (AC/DC, Rage Against The Machine, Pearl Jam) die Höhen und Tiefen des eigenen Sound aus und lassen zahlreiche neue Einflüsse in das tonnenschwere Gesamtgefüge einfließen. killswitchengage-bandOb die Coverversion zu Dio’s ‚Holy Diver’ eine Art Initialzündung war, lässt sich nur vermuten – Fakt ist jedoch: Der Gesamtsound des Quintett ist mehr Metal als je zuvor. Da finden die NWOBHM der 80er Jahre genauso Einfluss, wie diverse Hardrockzitate in den originellen Gesangspassagen. In der Summe klingt das ganze aber immer nach KILLSWITCH ENGAGE und keiner X-beliebigen Metal-Combo. Die ungeheure Spielfreude tritt auch in Punkto Geschwindigkeit und Ideenreichtum zu Tage. Immer wieder überrascht man den Hörer mit schnellen Passagen, wobei man auch vor Blastbeat-Einlagen nicht zurückschreckt. Die Grenzen von Melodie und Härte werden im KILLSWITCH ENGAGE -Gefüge neu verortet und so besticht schon der Opener ‚Never Again’ mit einem untypischen Chorus und erweitert den bandeigenen Klangkosmos. Jede einzelne Nummer beinhaltet Neues, sowie typische Trademarks, die jedoch in Kombination einen ganz neuen Reiz versprühen. Allen voran Sänger Howard Jones wächst am meisten über sich hinaus. Nie zuvor sang der Hüne derart facettenreich. Man hört förmlich, dass ihm weniger Vorgaben von Bandleader Adam Dutkiewicz gemacht wurden und er so in völlig neue Stimmbereiche vordringen kann. Vor allem die Refrains sind oft völlig untypisch arrangiert und strotzen nur so vor guten Ideen. KILLSWITCH ENGAGE beweisen mit „Killswitch Engage“ ein feines Gespür für neuartige Spannungsbögen, die den meisten MetalCore Kapellen völlig abgehen. Das Schöne an dem Album: Mit jedem Durchgang wachsen die Stücke und mutieren erst zu wahren Ohrwürmern. Das ist der Stoff, aus dem Klassiker geboren werden. Die Zeit wird zeigen, ob dieses Album zu einem solchen wird! Die Zeichen stehen auf Sturm! Album-VÖ: 26.06.2009