(Sargent House / Soulfood Music)
Im September heisst es wieder: “Achtung, hier kommt ein Karton!”. Zwei Jahre war Ruhe in selbigem. Doch am 11.09. kann man und sollte man sich ein Päckchen ordern oder beim lokalen Dealer erwerben. Denn im Karton lärmt es gewaltig. Also mit Lärmen ist jetzt keinesfalls eine Krawallkapelle gemeint, sondern im positiven Sinne ein äußerst abwechslungsreiches und nur schwer lokalisierbares Musikpaket erster Güte. So oft wie RX BANDITS ihren Sound variabel gehalten und weiterentwickelt haben, ist nur schwer zu beschreiben. Es war irgendwie schon einmal alles im Soundgerüst enthalten, von Ska über Punk bis hin zu Indie-Rock.
Nowadays ist der Eckpfeiler Ska aber fast gar nicht mehr enthalten. Eventuell noch ausfindig zu machen in vereinzelten laid-back Off-Beat-Strukturen, aber von reinen Ska- oder Reggae-Elementen hat man sich auf “Mandala” komplett losgesagt. Wie eingangs schon erwähnt, ist es verdammt schwierig, Album Nummer Sechs überhaupt einzuordnen, geschweige denn zu schubladisieren. Ist auf der einen Seite natürlich gut, da das Schubladendenken sowieso vielerorts gehasst wird, doch selbst mir fällt es schwer, den Gesamtsound auf dem aktuellen Longplayer der Jungs auch nur ansatzweise einzuordnen. Das kann man natürlich nicht als Manko werten, sondern es macht das Werk inhaltlich deutlich wertvoller, als so manch andere Kapelle, die aus dem ehemaligen Schubladenumfeld der RX BANDITS aus früheren Jahren stammt – falls diese ehemaligen Weg-und Bühnengefährten überhaupt noch existieren. So oft man im Hause der Banditen aber auch den Sound weiterentwickelt, gedreht und gewendet hat, ein RX BANDITS Werk ist durchaus immer wieder erkennbar.
Und genau dieser Aspekt: Weiterentwicklung ohne Anbiederung, gleichzeitig aber einen gewissen Wiedererkennungswert zu behalten, das bekommen nicht allzuviele Vertreter der musikschaffenden Zunft hin. Mit der Entwicklung der Band könnte man sie schon irgendwie mit Portugal.The Man, Thursday, Thrice oder Motorpsycho vergleichen. Von daher kann man “Mandala” ein überaus gutes Zeugnis überreichen und attestieren, dass sie einen weiteren Doktortitel auf ihren Stufen weiter hoch in die Spitzenliga des Indie-Rock-Himmel erreicht haben. “Mandala” ist ein dermaßen abwechslungsreiches und qualitativ hochwertiges Format geworden, welches auch in zehn Jahren noch genauso funktionieren wird, wie heutztage. Jedoch muss man sich für den Durchhörprozess der Scheibe etwas Zeit nehmen. Mehr als gewohnt. Denn einige Songs werden ihre Qualität nicht beim ersten Mal preisgeben. Kann auch sein, dass es sogar beim zweiten Mal nicht zündelt im Gehörgang. Aber so ist das eben mit guten Platten. Sie gedeihen. Wie ein guter Wein. Vielleicht muß man auch einige Tage verstreichen lassen und dann erneut einen weiteren Anlauf starten. Fräsen sich die Songs dann aber erst einmal bis zum Gehirn durch, wird es sehr schwer, dieses Album nicht zu mögen.
“Mandala” ist auf jeden Fall ein Überraschungs-Highlight mit dem ich so nicht gerechnet hätte für das langsam in den Herbst pendelnde Jahr 2009. Das ist Indie-Rock mit harter Kante an einigen Ecken, so wie er sein sollte. Nicht umsonst war, bzw. ist man in Kanada und Amerika bereits mit Dredg auf Co-Headliner-Tour!
Und auch das Artwork ist fabelhaft und paßt stimmig zum Soundgewand von “Mandala”. Eine wundervolle, stimmige Angelegenheit das Ganze. Ein herrliches Paket eben, welches schon vor dem heiligen Abend Freude in viele Gesichter und Ohren zaubern wird -> Kaufempfehlung!!!!!
Album-VÖ: 11.09.2009

Abgelegt in
Tags: 
