(Bella Union / Cooperative Music / Universal) Beim ersten Song des zweiten Longplayers “Oh My God, Charlie Darwin” von THE LOW ANTHEM kann man sich gleich vorstellen, warum das Trio aus Rhode Island im Vorprogramm von Bon Iver auftraten. Diese leichte, hohe Stimme, die schon ein eigenes Instrument ist, dazu das sanfte Gitarrenspiel, das kommt uns bekannt vor. Der Sound von THE LOW ANTHEM wirkt dabei aber noch folkiger, was sich auch gleich im zweiten Song ‚To Ohio’ wieder findet. Doch trotz Erweiterung des instrumentalen Repertoire, hat man das Gefühl, es plätschert ein bisschen dahin. Die jetzt eingesetzte Mundharmonika gibt dem ganzen etwas sehr Country-haftes, doch der Funke will nicht so richtig überspringen. thelowanthem-bandWir bekommen ein kurzes, doch sehr viel versprechendes Instrumental-Intermezzo. Mit ‚Horizon Of A Beltway’ bleibt der Lichtblick bestehen, die Stimme wird rauer und fügt sich gut mit der Mundharmonika zusammen, der ganze Song wird etwas taffer und zum Ersten Mal bleibt etwas im Ohr. Sie bleiben dieser Linie, die ihnen deutlich besser steht, ein Weilchen treu, bis es mit ‚To The Ghosts Who Write History Books’ wieder mit einer Ballade weiter geht, was das Album wieder etwas abwärts gehen lässt, wenn auch nicht so tief wie am Anfang. Doch ob es nun Bon Iver, die Fleet Foxes oder sogar Tom Waits zu Zeiten von Raindogs sind, THE LOW ANTHEM kommen an keinen ihrer Vergleiche ran. Es bleibt ein unbeständiges Album ohne erkennbare Struktur und bleibt dabei trotzdem eintönig und ohne Reiz. Album-VÖ: 28.08.2009