In einer Großstadt zu wohnen und mal eben spontan auf ein Konzert gehen zu können ist, tut mir leid das sagen zu müssen, einfach geil. Nicht wirklich wissend was mich erwartet, weil ich noch keine Vorab-Version von „Out Of Ashes“ aus’m Internet organisiert hatte – ich bin langweilig, ich weiß – machte ich mich auf den Weg in den Gruenspan zum Promo-Konzert von DEAD BY SUNRISE. Da stand ich nun und kannte nur ‚Crawl Back In’ und ‚My Suffering’ und wusste sonst auch nicht viel über die Band, außer das es sich um das Nebenprojekt von Chester Bennington handelt. Aber das habe ich nachgeholt. Folgend ein kleiner Einschub gegoogelten Wissens.
Was ursprünglich als Soloprojekt des Linkin Park-Sängers anfing, ist inzwischen zu einer Band geworden. Die anderen Mitglieder wären unter anderem Amir Derakh und Ryan Shuck die beide bei Orgy geklampft haben und derzeit eine weitere Band namens Julien-K am Start haben. Das Debüt-Album der Band steht schon etwas länger in den Startlöchern, wurde jedoch bisher immer verschoben. Am 09. Oktober ist es endlich soweit – „Out Of Ashes“ wird in Deutschland veröffentlicht.
Zurück zum Konzert. Um 21 Uhr, eine halbe Stunde später als angekündigt, gehen die Lichter und die Musik aus. Euphorisches Jubeln erklingt in den vorderen Reihen, als die Band die Bühne betritt. Reihum nehmen Ryan Shuck (Gitarre, Gesang) Amir Derakh (Gitarre), Brandon Belsky (Bass), Elias Andra (Drums), Anthony Valcic (Keyboards) ihren Platz auf der Bühne ein. Als letzter – wie sollte es anders sein – betritt Chester die Bühne und das Gekreische wird lauter. Doch gegen die Band haben Chesters Fans keine Chance, die brettern nämlich sofort mit ihrer aktuellen Single ‚Crawl Back In’ los und die Menge ist voll mit dabei. Die Band gibt Gas und präsentiert eine knackige Rocknummer nach der anderen. Nach dem dritten Song dann schließlich eine kurze Begrüßung zum „ersten Konzert“ in Deutschland und sofort geht’s weiter. Eine gute dreiviertel Stunde später ist aber auch schon wieder alles vorbei. Nach 11 Songs, darunter ‚My Suffering’, Chesters Song ‚Morning After’ vom Underworld-Soundtrack und ein Misfits-Cover zum Abschluss, verschwinden die sechs Jungs auch schon wieder. Aber nicht ohne ein paar Drumsticks und Plektren ins Publikum zu schmeißen. Chester lässt es sich auch nicht nehmen, von der kleinen Bühne herab zu seinen Fans zu steigen und sich angemessen zu verabschieden.
Es ist schon etwas ungewöhnlich, den Frontmann von Linkin Park, den man eigentlich nur noch von großen Stadienbühnen kennt, so hautnah in einem kleinen Club erleben zu dürfen. Aber ich bin mir sicher, die nächsten Konzerte von DEAD BY SUNRISE – die Chester quasi schon angekündigt hat – werden in größeren Hallen stattfinden.
Fazit: Insgesamt macht die Band live einen schnittigen Eindruck – mal abgesehen von den furchtbaren Frisetten – aber ob sie ebenso viel Aufmerksamkeit ohne Chester Bennington als Frontmann bekommen hätte, ist zweifelhaft. DEAD BY SUNRISE sind definitiv rockiger als Linkin Park, und weniger elektronisch, als man vermuten würde. Die Songs sind so oder so eingängig und gehen ins Ohr. Ob sie aber auch dort bleiben, muss allerdings die Zeit zeigen. Am 10. Oktober wird auf jeden Fall das Album gekauft.

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