(Warner) Was soll man über MUSE noch schreiben, was nicht eh schon jeder weiß? Großartige Songschreiber, Ausnahme-Musiker, Genies? Alles schon da gewesen und alles trifft genauso zu! Im Endeffekt würde das eine Textfragment der ersten Single und gleichzeitig des Openers (und Ohrwurms) 'Uprising' doch ausreichen, um das Album zu beschreiben?: "We will be victorious!" Aber seid ihr das nicht immer gewesen? Ich kann mich noch gut an den Auftritt der Band am 19.05.2000 im Hamburger Grünspan erinnern, als man mit "Showbiz" den Siegeszug zum Rock-Olymp antrat. Matthew Bellamy sprang wie ein Derwisch auf sämtlichen unzähligen Pedalen seines riesigen Effekt-Bretts herum und entlockte seiner Sechs-Saitigen die irrwitzigsten Töne. Konnte der kleine Mann die Doppelbelastung Gesang / Gitarre auch gesanglich so genial rüberbringen, wie auf dem Album? Er konnte! Und wie!!! muse-bandFast 10 Jahre später und mit Album Nummero Fünf sind MUSE zwar noch immer spannend und innovativ, verzetteln sich aber meterdick in Pomp und Schmonzetten. Waren die Queen-Verweise noch nie so aufdringlich, wird auf "The Resistance" aus der Vorliebe kein Hehl gemacht. In 'Resistance' sind sie in den Chören "versteckt", in 'United States Of Eurasia' in jedem einzelnen Ton. Ob so viel Verbeugung vor einer Legende im Falle einer Band wie MUSE noch okay, bzw. überhaupt notwendig ist, muss jeder für sich selbst entscheiden, ich finde es viel zu dick aufgetragen. Einzig der orientalische Touch des Songs rettet das Stück vor dem totalen Kitsch und der Real-Satire. Klar können MUSE spielen und wenn sie wollen auch frapperiend nach Freddy Mercury und Co. klingen, aber sollten sie das auch so offensichtlich? NÖ! Dafür kommt 'Guiding Light' mit den Anfangstakten eines Bon Jovi-Songs  ('Lay Your Hands On Me') um die Ecke und reißt den Hörer von der vorangegangenen Überlegung weg, bevor der Song pathetisch und Musical-style vor sich hin dümpelt. Leider, muss man sagen, aber bis auf den Gesang ist hier kein Highlight zu vermelden, dafür sind Beat und Struktur zu eintönig. Im Ausgleich kann 'Unnatural Selection' mit seinem flotteren Tempo wieder etwas punkten, bevor das Schmalz ab dem Mittelpart von 'I Belong To You' in Strömen fließt und zum dreiteiligen Opern- / Piano-Stück 'Exogenis Symphony' einleitet, welches den Abschluss dieser durchwachsenden Angelegenheit bildet. Bei allem "Vorm Spiegel-Onanieren" und Musical-Geschwurbel haben MUSE auf Album Nummer Fünf vergessen, die Hits mitzuliefern! Und den Druck und den Biss! Hoffentlich "ver-proggt" oder "ver-operettet" sich das Trio auf ihren kommenden Veröffentlichungen nicht noch so, wie der Cover-Künstler bei der Farbauswahl. Eigener Anspruch und Pleasen der Anhänger sind nämlich immer zwei Paar Fußkleider. Auch wenn man sich 2009 den Widerstand auf die Fahnen geschrieben hat! Album-VÖ: 11.09.2009