(Warner) Nachdem Rapper Mike Shinoda schon vor Jahren mit Fort Minor den Alleingang zelebrierte, sucht sich nun auch Chester Bennington ein neues Betätigungsfeld außerhalb seiner Stammband Linkin Park. DEAD BY SUNRISE existieren zwar schon seit 2005, aber Linkin Park's "Minute To Midnight" und die anschließende ausgedehnte Welt-Tournee waren der Grund dafür, dass "Out Of Ashes" erst jetzt das Licht der Welt erblickt. Eigentlich aber auch alles andere als unclever, denn durch den Superstar-Status der Haus und Hof-Band wird "Out Of Ashes" sicherlich so gefragt sein, wie die ersten Bananen in der Zone kurz nach Mauerfall! Wandelte Shinoda komplett auf Solo-Pfaden, sind DEAD BY SUNRISE eine ziemlich hochkarätige, sechsköpfige Band. Auf Promo-Fotos allerdings auf drei Personen "abgespeckt", die auch von Anfang an die Basis bildeten und natürlich vom Bekanntheitsgrad herausstechen. Neben Chester bilden die beiden Gitarreros Ryan Shuck und Amir Derakh das kreative Grund-Gerüst. Wer sich ein wenig im Rock-Zirkus auskennt, dem dürften die Namen zumindest bekannt vorkommen, gehörten die beiden doch jahrelang zur Neo Wave / Elektro-Rock-Combo Orgy (die New Order's 'Blue Monday' mit ihrer Cover-Version den nötigen Arschtritt verpassten!) und formierten auch vor nicht allzu langer Zeit Julien-K. Orgy gehörten jahrelang zu meinen absoluten Faves und nach deren Auflösung war die Freude groß, die Orgy-Gitarren mit Bennington's Stimme vermengt zu wissen. Doch nix da, der charakteristische Science Fiction-Klampfen-Sound von Orgy hat nicht Einzug gehalten in den DEAD BY SUNRISE-Kosmos. Es hätte interessant werden können, aber bis auf kleine Anleihen tönen die Gitarren wie bei jeder x-beliebigen Rockband. Oder wie bei Linkin Park. Diesen Vergleich müssen sich DEAD BY SUNRISE wohl gefallen lassen, dafür ist das Organ von Bennington nun mal zu charakteristisch. War im Vorfeld von einer düsteren Angelegenheit die Rede, finde ich, dass "Out Of Ashes" in den seichten Momenten höchstens melancholisch ausgefallen ist. Aber im positiven und hoffnungsvollen Sinne. Die Summe der Mitwirkenden hätte etwas anderes ergeben können, aber DEAD BY SUNRISE sind viel mehr Rock als Wave. Und wenn sie rocken, dann mit einer okayen Kante. Nörgler könnten sagen, "klingt wie Linkin Park ohne Shinoda und DJ Joe Hahn!". Prinzipiell richtig, meiner Meinung nach auch erfreulich, allerdings nicht erfrischend, denn das Ergebnis kann mit eben jener im Satz enthaltenen Formel beschrieben werden. Und für kurzweilig empfunden werden. "Out Of Ashes" ist in unseren Breitengraden alleine durch den Auftritt der Band bei der TV Total Stockcar Crash Challenge gut beworben worden und wird sich im Mainstream-Rock-Segment verkaufen wie geschnitten Brot! 'Condemned' fällt zwar vom Härtegrad durch das Geschrei von Bennington etwas heraus, fliegt aber immer noch unter dem "Zu hart"-Radar. Wenn mir doch bloß einfallen würde, von wem die Band das Eröffnungs-Riff von 'Crawl Back In' gemopst hat! Waren das jetzt Blur oder doch Jet?! Album-VÖ: 09.10.2009