(Hassle / Soulfood) Mit „Adelphia" legt das Sextett A SKYLIT DRIVE bereits Album Numero Zwei vor. Nach ihrem bereits beachtlichen Debüt-Full-Length-Album „Wires... And The Concept Of Breathing“ aus dem Jahre 2008, hat man sich nun noch ein Stückchen weiterentwickelt und das Songwriting verfeinert. „Adelphia" unterstreicht die Qualitäten von Sänger Michael "Jag" Jagmin, der ja neu an Bord ist. Anfangs könnte man glatt denken hier singt eine Frau, doch dem ist nicht so. Jag dringt in teilweise ungeahnte „Höhen“ vor. Von solch einer recht jungen Band hat man nun nicht unbedingt ein Konzeptalbum zu erwarten, doch „Adelphia" ist ein lupenreines ebensolches. Damit verbindet nun nicht nur der hohe Gesang und die musikalisch eingeschlagene Richtung, sondern auch die Neigung zu Konzepten, die kalifornischen Jungspunde mit Coheed And Cambria. Das Vorgänger-Album war insgesamt eingängiger als „Adelphia", was heuer wohl an dem Konzept-Charakter liegt, doch das macht das aktuelle Werk der sechs Kalifornier nicht schlechter. ASkylitDrive-Photo2„Adelphia" muss man wirken lassen. Wenn es beim ersten Hören nicht gleich gefällt, darf man sich nicht abschrecken lassen. Man muss dem Album mehrere Anläufe gewähren, dann zündet „Adelphia". Es ist eben keine leichte Kost, was man hier bereits mit dem zweiten Album serviert bekommt. Aber genau das macht die Jungs umso interessanter. Ihr Stil zwischen Metal, Screamo und Hardcore ist gemessen am Alter der Jungs, dem relativ kurzen Bestehen als Band und der Anzahl an Veröffentlichungen bereits sehr ausgereift. Und äußerst interessant im Gegensatz zu diversen anderen Bands gleichen Genres. Produzent ihres zweiten Longplayers ist niemand geringerer als Casey Bates (Portugal The Man, Chiodos), der sich für ein Konzeptalbum wie „Adelphia" als ausgezeichnete Wahl erweist. Und mit Assoziationen wie Coheed & Cambria, Chiodos oder auch Circa Survive liegt man hier auch ganz dicht dran, auch wenn deren Klasse noch nicht ganz erreicht wird, doch die Erwartungen auf ihr drittes Album sind somit sehr hoch gesteckt. Wer also eben erwähnte Bands, oder auch Drop Dead Gorgious, Bless The Fall, I Am Ghost oder A Day To Remember mag, sollte hier mal ein wenig Zeit investieren und dem Album eine Chance geben. „Adelphia" ist originell, abwechslungsreich und besitzt einen ganz eigenen Charme, der das Album auch nach etlichen Hördurchläufen immer wieder interessant und ganz und gar nicht langweilig werden lässt. Album-VÖ: 13.11.2009