(Epitaph) Lauter, schneller und chaotischer Hardcore-Sound, von mir liebevoll und keinesfalls negativ als Zirkusmusik betitelt, das ist es was man von den vier Jungs von CONVERGE aus Boston gewohnt ist. Nachdem ihre Vorgängeralben wenig Neues mit sich brachten und der Sound schon fast ein bisschen Gefahr lief, langweilig zu werden, werden wir bei ihrer neuen, lang erwarteten Scheibe allerdings eines Besseren belehrt und mit einer Seite von CONVERGE konfrontiert, die innovativ ist und auf jeden Fall überrascht. „Axe To Fall“ ist Hardcore, Rock´n´Roll, Metal und Folk in einem. Die Jungs warten mit melodiösen Intros und Gitarrensoli, fast schon thrashigen Metalparts, sowie mit Akustik-Gitarren und Pianosound auf und geben ihren gewohnt aggressiven Songs damit einen ganz neuen Charakter, bleiben sich dabei aber immer noch treu. converge-bandGastmusiker wie Steve Brodsky, Adam McGrath oder John Pettibone tragen mit ihren eigenen Stilen zu dem experimentellen und ideenreichen Sound von „Axe To Fall“ bei. Zur Verstärkung von Jacob Bannon, der bei seinem harten Gesangsstil bleibt, wurden Sänger wie Steve von Till und Mookie Singerman mit ins Boot geholt, die mit ihren tragenden und ruhigen Stimmen Songs wie ‚Cruel Bloom’ und ‚Wretched World’ etwas Düsteres geben. Der Opener ‚Dark Horse’ kommt wie gewohnt brachial daher und bläst mit Geschwindigkeit UND Melodie schon mal gleich alles weg. Diese Energie zieht sich quasi durch die ganzen weiteren Songs, immer wieder gespickt mit thrashigen und progressiven Riffs, sowie wohlklingenden Gitarrensoli. Die beiden letzten Songs liefern einen gelungenen Abschluss für das ganze Album. Um nach dem ganzen Geschrei und von der Geschwindigkeit ein bisschen runter zu kommen, bieten ‚Cruel Bloom’ und ‚Wretched World’ ein ruhiges Pendant zu ihren Vorgängern. Langsam, ruhig, folkig, düstere Stimmen, Akustikgitarren, am Ende von ‚Cruel Bloom’, schwere und brachiale Gitarrenriffs… man könnte fast vergessen, dass man da grad CONVERGE im Player hat! CONVERGE haben mit „Axe To Fall“ ein gelungenes, innovatives Album auf den Tisch gelegt, bei dem sowohl Liebhaber der Zirkusmusik 😉 als auch vorherige Zweifler auf ihre Kosten kommen sollten! Album-VÖ: 23.10.2009