Eine beachtliche Menschenmenge versammelt sich gleichzeitig vor dem Madison Square Garden in New York. Die Bildung von Gruppen war schon auf dem Hinflug verboten. Was war also der Anlass für dieses Aufkommen in New York City? Es herrscht aufgeregtes Getümmel und Gebrabbel. Als gegen 18 Uhr die Tore zur Arena geöffnet werden, stürmt eine Horde Jugendlicher gen Merchandising-Stände. Sie alle haben eines gemeinsam. Neben ihrer (irgendwie) Einheitskleidung sind sie alle hier versammelt, um die Helden ihrer Jugend, die Band, die so viel Einfluss auf ihr Leben hatte, die Band, mit der sie viel Freude und 2005, als der „Indefinite Hiatus“ (unbestimmte Pause) bekannt wurde, viel Leid geteilt haben, endlich Live in Concert zu sehen. Es wird Zeit all die Freude und den Schmerz in jeder Zeile der Hymnen unserer Jugend hinauszubrüllen. BLINK182 freuen sich über einen ausverkauften Madison Square Garden in Manhattan, New York City. Wer es über die Leinwand Größe X-tra Large vor der Halle und die eindeutigen Merchandise-Stände noch nicht geschnallt hat, wird spätestens nach Betreten des Gardens wissen, worum es geht. Der Einkauf wird begleitet von sämtlichen BLINK 182-Hits. Nettes Ambiente fürs erste. Als Vorbands dürfen sich Asher Roth und Fall Out Boy die Bühne teilen. Erstere sind recht unbekannt, wissen aber den Leuten einzuheizen und neben zwei sehr aktiven Sängern mit DJ & Drummer ordentlich Party zu machen. Kurz darauf stürmen Fall Out Boy die Bühne und legen eine super Show hin. Sehr guter Sound. Wer vorher kein Fan war, wurde jetzt überzeugt. Als glorreicher Abschluss bekam Pete Wentz (Bass) von seinem Instrument-Kollegen und Freund Mark Hoppus einen neuen Haarschnitt. Ähem. Kahlschnitt. „Down with EMO-Amerika!“ war der Kommentar! Als sich die Halle ein drittes Mal verdunkelt und nur die Umrisse eines Bunnys auf dem Tuch vor der Bühne zu sehen sind, bricht Jubel los und die Halle beinah zusammen. Mit ‘Dumpweed’ (“Enema Of The State”) und ‘Feeling This’ (“Untitled”) eröffnen BLINK 182 ihre Show. Toms Gesang ist, wie man ihn von neuen Videos kennt, sehr Angels & Airwaves (AvA)-lasting. Der eine mag’s, der andere nicht. Auch Marks Voice ist hier und da nicht ganz so voller Elan, was den Liedern einen anderen Charakter verleiht. Die Energie auf der Bühne ist wahnsinnig gut. Klar merkt man, dass man sich vorsichtig annähert und die Wunden der vergangenen Jahre tief sitzen. Zugleich merkt man aber auch, dass sie heilen, bereit sind, Neues zu schaffen und die Jungs Spaß haben, als BLINK182 die Bühne zu rocken. Travis Barker überzeugt an den Drums. Punkt. Obwohl an manchen „Neu-Interpretationen“ der Lieder die weitere Entwicklung BLINK182’s interessante Gedanken zulässt, machen sie ihrem Namen alle Ehre. Laut Mark Hoppus geht die weitere Entwicklung bzw. der nächste Song „in Richtung Post-Hardcore“ (Alternate Press) aber „diese Tour ist dafür, dass uns die Kids, die früher nicht die Chance hatten, uns Live zu sehen, jetzt diese Chance haben. Die Leute kommen, weil sie BLINK182 sehen wollen, wie sie sie kennen. Sie wollen ‚Dumpweed’ und ‚The Rock Show’ hören, die Hymnen, mit denen sie aufwuchsen.“ Tom spart nicht mit Grimassen, Gepose à la Tom DeLonge und lyrischen Spielereien („She left me Blowjobs by the Stairs…“). Sichtlich Spaß macht auch die Lightshow. Stets begleitet vom entweder im All schwebenden/sterbenden (Asthenia) oder schwimmenden Bunny werden alle rundum bedient. Als Zugabe gibt es ein spektakuläres Drumsolo von Travis Barker, sowie die Hits ‚Dammit’ und ‚Carousel’. Mit vielen, in die Luft geblasenen Papierschnipseln ist auch der Abgang kitschig und gut gerockt. Definitiv ein Erlebnis. Allgemein ist die Konzertqualität in Deutschland / Europa aber höher. Klar, die Euphorie macht einiges her, dennoch ist es ein anderes Feeling in der Menge. Die Amys gehen teilweise auch gut ab aber Hildesheim (hahaha, wenn du meinst! – ZOSSE) rockt heftiger. Geschweige denn das Groezrock (jährlich in Belgien). Letzten Endes geht es darum, eine gute Zeit zu haben und die hatten wir, Punk-Rock-Ladies und –Boys, definitiv!!