3OH!3-Interview3OH!3! Neulich erst als Headliner auf der Warped-Tour durch die USA unterwegs und jetzt zu Besuch in Deutschland, Hamburg. PUNKB*TCH! Gestromt.de: Als erstes muss ich euch sagen, dass ihr eines der aussagekräftigsten Bandlogos habt, hauptsächlich wegen dem Handzeichen. Könnt ihr uns erklären, woher es kommt? Sean: Das Handzeichen stammt von unserem Bandnamen. Wir kommen aus Colorado und die Zahl „303“ ist die Telefonvorwahl für unseren Bundesstaat. Also wenn du jemanden in Colorado anrufen willst, musst du die Zahl „303“ vorweg wählen. Wir wollten damit zeigen, woher wir kommen. Zu „3OH!3“ ist es dann durch eines meiner Tattoos gekommen, welches ich schon vor der Bandgründung hatte. Wir haben es dann damit verbunden. „3OH!3“ ist schon ein verrückter Bandname, nicht wahr? (lacht) Aber vielleicht ändern wir ihn ja auch bald! (lacht) Wie war es für euch, in Colorado aufzuwachsen und wie habt ihr euch kennengelernt? Nathaniel: In Colorado gibt es wirklich gute Konzerte, dort wird eine Menge gemacht. Die Leute dort unterstützen alles und nehmen auch alles an. Als wir jung waren, haben wir dort sehr viele gute Bands gesehen. Eventuell wurde dadurch auch unsere musikalische Ader geprägt.  Wir haben uns damals kennengelernt, als wir studiert haben. Ich habe zu der Zeit viel als DJ gearbeitet. Sean hingegen hat immer gerappt. Am Anfang haben wir das Ganze nur so „just for fun“ gemacht. Hier und da mal ein paar Shows in Colorado. So fing es an… Es war eine schöne Zeit in Colorado. Es ist zurzeit eure erste Tour in Deutschland als Headliner, wie fühlt es sich an? Was erwartet ihr von der Tour? Sean: Oh ja, wir haben drei Daten! Gestern haben wir in Berlin gespielt und vorgestern in Köln. 3OH!3-ZeichenNathaniel: Es ist absolut großartig hier! Wir waren ja schon im Februar mit Katy Perry in Europa unterwegs. Aber jetzt gehört die Tour uns! (lacht) Wir spielen zwar in kleineren Läden, aber das ist auch gut für die Stimmung! Das Publikum ist total textsicher! Zum Beispiel heute Abend…SOLD OUT!  Party hard! Kommt es euch nicht komisch vor, hier in Deutschland in so kleinen Läden zu spielen, da ihr ja in USA schon mehr als nur eine normale Hausnummer seid? Zum Beispiel als Headliner für die Warped-Tour…. Sean: Nein, nein, nein… wirklich nicht. Es ist genau ein Jahr her, da haben wir in Amerika in ähnlichen Läden gespielt. Das hat sich bloß im letzten Jahr alles geändert. Für uns ist es aber gut, wieder in so kleinen Clubs zu spielen. Es bringt uns zurück und wir können dadurch noch mehrere Sachen perfektionieren und weiter dran arbeiten. Dinge, die wir nicht bemerken würden, wenn wir in größeren Hallen spielen. Bei größeren Veranstaltungen sind wir dann auch mit Band unterwegs. Heute, zum Beispiel, können wir uns voll und ganz auf den Gesang konzentrieren, da wir nur zu zweit sind. Außerdem sind wir so dem Publikum auch viel näher! Das ist auch noch so ein kleiner Stimmungsbonus. Habt ihr damit gerechnet, dass euer Album „Want“ so einschlägt und euch letztendlich so weit nach vorne schießt? Sean: Nicht wirklich. Uns war es nur wichtig, dass wir Spaß daran hatten. Wir machen nun mal auch „Fun-Music“ und hoffen einfach, dass es den Leuten gefällt. Wir haben nicht fest auf etwas abgezielt oder das wir unbedingt was erreichen wollten. Das kam auf einmal von alleine. Wie jetzt zum Beispiel. Wir sitzen hier in Hamburg mit euch. Es ist wie ein Traum. Wir sind auf der ganzen Welt unterwegs. Sauber! Das hätten wir nie erwartet. Wir lieben es! Ich denke, ihr habt ein sehr gemischtes Publikum. Auf der einen Seite Leute aus dem Punk- oder Alternative-Bereich und auf der anderen Seite stehen eine Menge Hip Hop-Kids. Auf welcher Seite seht ihr euch oder sitzt ihr in beiden? Nathaniel: Ich würde sagen, wir sitzen in beiden. Uns ist es egal woher die Leute kommen. Sei es aus dem Hip Hop oder Punk-Bereich. Die Hauptsache ist, dass alle Spaß auf unseren Shows haben. Das ist das Wichtigste. Sean: Mir ging es damals genau so. Ich habe alles Mögliche gehört. Mir ist wichtig, dass die Leute sich mit unserer Musik identifizieren können, dabei ist es egal, aus welcher Richtung sie kommen. 3OH!3-BandIhr wart als Support für Sum 41 bis hin zu Snoop Dog unterwegs. Das ist ebenfalls ein großer Gegensatz. Meint ihr, dass die Akzeptanz der verschiedenen Bands und Fans ausreichen, um eine neue Musikszene hervorzurufen? Sean: Das wäre verdammt cool! Ehrlich gesagt wurde unsere Musik von unterschiedlichen Sachen geprägt, die wir jetzt hören oder damals gehört haben. Es sind viele Faktoren in den Entstehungsprozess eingeflossen. Das macht unsere Musik sehr speziell ….hm, und ein bisschen verrückt! (lacht) Wir können nur hoffen, dass die Leute es genau so sehen, dass wir etwas Neues und Originelles machen. Eventuell entsteht dadurch auch eine neue Szene. Wir werden sehen…. Ist es euch schon mal passiert, dass ein alter Schulkamerad, den ihr schon lange nicht mehr gesehen habt,  zu euch ankam und meinte: „Keule, ich kann es nicht  glauben! Du gehörst zu 3OH!3 !!!“ Nathaniel: Das passiert ständig, deswegen ist Facebook auch so verdammt anstrengend. Sean: Aus diesem Grund habe ich kein Facebook! (lacht) Aber es passiert wirklich ständig. Leute, die uns damals in der Schule vermöbeln wollten, kommen an und wollen Tickets für unsere Show! (lacht) Ich bin jedesmal auch baff, wenn ich Leute sehe, die sich 3OH!3 tätowiert haben! HA! Was wissen die Fans nicht über euch? Nathaniel: Wir sind total nette Boys! Wir sind 303 Jahre alt! (lacht). Meine Eltern kommen aus Frankreich und ich…spreche Französisch! Sean: Ich liebe Comics! Süchtig!